Duisburg: Stefan Marquard zu Besuch am Gertrud-Bäumer-Berufskolleg

Stefan Marquard besucht Berufskolleg : Vom Sternekoch lernen

Stefan Marquard war zu Besuch am Gertrud-Bäumer-Berufskolleg. Der Kochprofi gab sein Know-How über gesundes Schulessen an das Küchenteam weiter und ließ sich bei einem Kochkurs über die Schulter gucken.

In der Küche des Gertrud-Bäumer Berufskollegs an der Klöcknerstraße hat am Mittwoch ein bekannter Sternekoch den Kochlöffel geschwungen. Stefan Marquard, der zahlreiche Bücher geschrieben und durch etliche TV-Auftritte an Bekanntheit gewonnen hat, gab sein Wissen und Tipps an das Küchenteam und die Schüler weiter.

Der Profikoch kam im Rahmen des Projekts „Sterneküche macht Schule“, das von der Krankenkasse Knappschaft finanziert wird, an das Duisburger Berufskolleg. Das Ziel des Projekts: Schüler sollen für gesünderes Essen sensibilisiert und die Schulverpflegung nachhaltig verbessert werden. Dafür werden Abläufe, Arbeitsweisen und eingesetzte Lebensmittel analysiert. Das Fachpersonal wird zudem geschult.

Es ist bereits der zweite Besuch des Sternekochs am Berufskolleg in der Nähe des Hauptbahnhofs. Schon im vergangenen Jahr war Marquard im Rahmen einer intensiven Schulung zu Gast. „Im normalen Betrieb hat er damals mit dem Küchenteam und Schülern ein Mittagessen gekocht“, erklärte Sandra Piehl, Pressesprecherin der Knappschaft, den Vorgang. Auf den Tisch kam dann ein neues und gesundes Gericht. Anschließend folgte ein Training mit dem Sternekoch.

Am Mittwochmorgen kam Marquard dann zum zweiten Mal für eine Nachschulung an die Schule. „Die Nachschulungen sind enorm wichtig, damit das Essen an den Schulen nachhaltig gesünder wird“, so Piehl. Auch Hildegard Beumer, Küchenchefin am Gertrud-Bäumer-Berufskolleg, freute sich. Sie schätzt den Nutzen der Schulung sehr hoch ein. „Das hat uns sehr geholfen“, sagte sie. „Mit den Tipps des Sternekochs können wir Zeit bei der Zubereitung sparen.“ Auch die Schüler seien total vom Coaching und dem bodenständigen Profikoch begeistert gewesen.

Für Marquard ist es ein besonderes Anliegen, sein Know-How an Schulen weiterzugeben. „Im Elternhaus und in der Schule kommt die richtige Ernährung zu selten zur Sprache“, sagte der 54-Jährige. Deshalb sei es wichtig, über das Thema auf andere Weise zu informieren. „Wir haben eine Pflicht, uns um eine gesunde Ernährung der Kinder zu kümmern“, so Marquard weiter. „Es geht um unsere Zukunft.“ Er plädiere dafür, ein neues Schulfach einzuführen, das sich mit Ernährung und Bewegung beschäftige.

Mit der Knappschaft und dem Projekt „Sterneküche macht Schule“ hat Marquardt den richtigen Partner für sein Vorhaben gefunden. Die Krankenkasse erhofft sich durch die Besuche des Sternekochs vor Ort an den Schulen eine Prävention gegen ungesunde Ernährung. Für Bettina am Orde, Geschäftsführerin der Knappschaft, ist diese Vorgehensweise genau der richtige Schritt: „Über Jahre hinweg verbringen viele Kinder und Jugendliche die längste Zeit des Tages in der Schule. Immer mehr Schüler sind auf das Mittagessen, das ihnen in der Schule angeboten wird, angewiesen.“

Das Essen an den Schulen des Landes soll laut Marquard und der Krankenkasse gesünder werden. „Das Essen muss frisch gekocht sein“, fordert der Sternekoch. Die Lebensmittel sollten auch richtig und nicht bei zu hoher Temperatur zubereitet werden. „So bleiben Nährstoffe und Vitamine erhalten.“ Marquard ist aber auch klar, dass es nicht jedem Kind recht gemacht werden kann. „Kinder essen nur das, was von den Eltern vorgelebt wird.“ Deswegen müsse auch die Schule in Sachen Ernährung und Gesundheit aufklären. Dabei sei eine Vielfalt von Gerichten in der Schulkantine zwar wünschenswert, müsse aber Grenzen haben. „Familien haben meist nur zehn Gerichte, die es auf Lebenszeit gibt. Warum sollte eine Kantine dann jeden Tag viele Gerichte anbieten?“

Sein Wissen über gesundes und modernes Kochen hat sich der Koch zusammen mit seinem Bruder selbst beigebracht. „Ich habe acht Jahre lang alles in Frage gestellt, was ich normalerweise in der Küche gemacht habe.“ Es sei nicht falsch, was Köche in der Ausbildung lernen, aber in Bezug auf gesunde Ernährung teilweise kontraproduktiv.

(jlu)