Duisburg: Stahlpoller als Schutz vor Terroranschlägen

Innenstadt : Stahlpoller ersetzen die Wassertanks

In der ersten Septemberwoche beginnt die Stadt in der City endlich mit dem Einbau fester und versenkbarer Sperren zur Terrorabwehr.

Zum Schutz vor Terroranschlägen mit Fahrzeugen beginnt die Stadt in der ersten Septemberwoche mit dem Einbau von 139 feststehenden und 17 versenkbaren Stahlpollern in der Innenstadt. Das erklärte Stadtsprecherin Susanne Stölting. Damit soll die seit knapp einem Jahr vorhandene provisorische Sicherung der Fußgängerzone durch Wassertanks ihr Ende finden und dauerhaften Terrorsperren weichen.

Die Poller waren nach den Terroranschlägen in Berlin, Nizza und Barcelona schon im September 2017 per Dringlichkeitsbeschluss von Rat abgesegnet worden. Damals hieß es sogar, dass die ersten festen Poller schon zum Weihnachtsmarkt 2017 installiert seien. Daraus wurde dann aber nichts, weil nach Auskunft der Stadt die Ausschreibung nur ein einziges Angebot erbracht hatte, das mit 2,6 Millionen Euro zudem deutlich den zunächst mit 700.000 Euro eingeplanten Kostenrahmen sprengte.

Die Überprüfung der Konzeption durch ein Fachbüro für Sicherheitsplanung ergab, dass an allen Standorten Sperren der höchsten Sicherheitsklasse eingebaut werden müssen, um dem Anprall von Fahrzeugen – vom SUV bis zum 30 Tonnen schweren LKW – standhalten zu können. Die neu kalkulierten Kosten: 2,5 Millionen Euro.

„Diesen Betrag werden wir deutlich unterschreiten“, versichert Susanne Stölting. Gefertigt sind die feststehenden Poller aus Stahl, die hydraulischen aus Edelstahl. Die Abmessungen sind aber gleich: 30 cm Durchmesser, 90 cm Ausstand (Höhe), 1,50 Meter Achsabstand zwischen den Pollern. Der Anprallschutz sei unterschiedlich, so die Stadtsprecherin, je nachdem, ob sie eine direkte gerade Fahrt aufhalten oder eine Kurvenfahrt bremsen müssen.

Nach erneuter europaweiter Ausschreibung entschied sich im Juli dieses Jahres der Vergabeausschuss in nichtöffentlicher Sitzung, den Auftrag an drei Firmen zu vergeben. Eine baut die festen Sperren ein, eine andere die hydraulischen, und die dritte ist für die notwendigen Erdarbeiten zuständig. Die aber sind der Grund, weshalb die Stadt derzeit keinen Zeitraum nennen will, in dem alle Sperren eingebaut sind. „Wir haben in Duisburg in letzter Zeit so viele Weltkriegsbomben gefunden, da ist es schwierig, einen Zeitrahmen festzulegen. Wer weiß, was bei den Erdarbeiten zu Tage kommt“, sagt Susanne Stölting. Und so könnte es sein, dass auch der Weihnachtsmarkt 2018 noch durch Wassertanks gesichert wird. Aber wie sagt der Volksmund so schön: Nichts hält länger als ein Provisorium.

Mehr von RP ONLINE