Klimaschonende Wärmeerzeugung Stadtwerke Duisburg setzen jetzt auch auf Erdwärme

Duisburg · Mit einer „Allianz für Geothermie“ sollen Chancen für klimafreundliche Wärme ausgelotet werden. Erdwärme gilt als effizient und kann in vorhandene Netze eingespeist werden – wenn die geologischen Bedingungen es hergeben.

 Das älteste deutsche Wärmekraftwerk in Mecklenburgvorpommern ging bereits 2003 in Betrieb. Ob so etwas auch in Duisburg möglich ist, soll nun untersucht werden.

Das älteste deutsche Wärmekraftwerk in Mecklenburgvorpommern ging bereits 2003 in Betrieb. Ob so etwas auch in Duisburg möglich ist, soll nun untersucht werden.

Foto: dpa/Jens Büttner

Die Wärmeversorgung in Nordrhein-Westfalen emissionsfrei zu gestalten und damit einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele zu leisten, das wollen fünf kommunale Versorgungsunternehmen in NRW mit Hilfe von Geothermie erreichen. Bereits im Februar gründeten die Stadtwerke aus Aachen, Bochum, Duisburg, Düsseldorf und Münster gemeinsam mit der Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie (IEG) die „Allianz für Geothermie“. Das teilte das Institut jetzt mit.

Geothermie sei eine effiziente und wirtschaftliche Wärmequelle und habe schon vielerorts ihr Potenzial bewiesen. Beispiele seien die geothermischen Fernwärmesysteme von München und Paris. Sie ist kommunal verfügbar und schützt das Klima. Vor Ort gewonnen und in vorhandene Wärmenetze eingespeist, liefert Erdwärme CO2-neutral verlässlich Wärme.

Trotz guter geologischer Voraussetzungen und aufgrund seiner Kohletradition werde in NRW bisher noch wenig Heizwärme aus tiefen Gesteinsschichten gefördert. Ob in den Gruben stillgelegter Steinkohlebergwerke des Ruhrgebiets, in den Karbonatgesteinen des Münsterlands oder in Gebieten mit tiefliegenden Thermalwasservorkommen – im Untergrund von NRW schlummere ein geothermischer Schatz, der die Wärmewende weit voranbringen kann.

Dieses Potenzial wollten die fünf kommunalen Versorger und ihr Forschungspartner heben, so das. Fraunhofer-Institut. Auch das NRW- Wirtschaftsministerium setze auf Geothermie für die Wärmewende und förderte im vergangenen Jahr eine seismische Landesaufnahme und Machbarkeitsstudien.

„Wir sehen uns dem gesellschaftlichen Auftrag der Wärmewende vor dem Hintergrund der Klimakrise verpflichtet und sind fest entschlossen, die Tiefengeothermie gemeinsam voranzubringen“, betonen die Vertreter der fünf Kommunalversorger. Einsetzen will sich die Allianz für Geothermie für verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen und schnelle Verwaltungsprozesse für Geothermieprojekte im bevölkerungsreichsten Bundesland.

Auf der Agenda der Allianz steht der Umgang mit der geologischen Prognoseunsicherheit bei der Aufsuchung und die Absicherung von Investitionen in geothermische Anlagen. Fachlich und technisch begleitet wird die Allianz vom Fraunhofer IEG, einer einschlägigen Forschungsinstitution für Geothermie und verwandte Technologiefelder mit vier Standorten in NRW.

Das Fraunhofer IEG wurde gegründet, um in den Kohleregionen Deutschlands, also dem Rheinland, dem Ruhrgebiet und der Lausitz, die Dekarbonisierung der kommunalen Energiesysteme zu begleiten.

(mtm)