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Duisburg: Stadtmauer in altem Glanz

Stadtmauer zeigt das alte Duisburg : Ein Stück Mauer, das es in sich hat

Die letzten Restaurierungsarbeiten an der mittelalterlichen Stadtmauer an der Untermauerstraße sind abgeschlossen.

Unbeabsichtigt sorgte am Montagmittag beim Pressegespräch an der Untermauerstraße eine Mitarbeiterin des Spielwarengeschäfts Roskothen für eine Überraschung: Sie trat durch eine schlichte Tür, die viele für eine Attrappe in der mittelalterlichen Stadtmauer halten, auf die Straße. Dass ein modernes Haus und die Stadtmauer als älteste Bauwerk der Stadt Duisburg so miteinander verzahnt sind, gilt als archäologischer Glücksfall: denn auf diese Weise wurde der Erhalt der Stadtmauer gesichert.

Das Stück Stadtmauer, um die es gestern ging, hat es in sich, wie ein Mitarbeiter der Denkmalbehörde sagte. Im Mauerabschnitt an der Untermauerstraße, also an der Rückseite des Geschäfts Roskothen am Sonnenwall befinden sich die ältesten Reste des charakteristischen Mischmauerwerks vom Ende des 10. Jahrhunderts. Bei genauem Hinsehen erkennen Fachleute (wie Duisburgs Stadtarchäologe Thomas Platz) Mauerungstechniken, die darauf hinweisen, dass hier bei der Befestigung der Kaiserpfalz Könner ihrer Zunft am Werk waren.

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Beim Pressetermin erläuterte Platz lebhaft die Art und Weise, wie die Steine verlegt und vermauert wurden. Die Handwerker des zehnten Jahrhunderts müssen von den alten Römern gelernt haben, doch variierten sie deren Technik. Typisch für den Stadtmauerteil an der Untermauerstraße ist, dass die Steine immer mal wieder schräg eingesetzt wurden, vermutlich, um die Festigkeit der Mauer zu erhöhen.

Die Duisburger Stadtmauer ist eine Baudenkmal von nationalem Rang, und der Abschnitt an der Untermauerstraße gilt dabei als der historisch bedeutsamste Teil. In den vergangenen drei Monaten wurde dieser Abschnitt von Fachleuten aufwändig restauriert. Dabei ging es darum, die Stadtmauer in einen Zustand zu versetzen, der den Erhalt des Baudenkmals für die kommenden Jahrzehnte sichert. Fugen wurden erneuert, Wurzeln entfernt, Steine ersetzt, und als Schutz vor Regen wurde die Mauerkrone begradigt und mit Basaltplatten abgedeckt, damit keine Feuchtigkeit ins Mauerwerk eindringen kann. Die Stadtmauer soll dabei nicht in „neuem Glanz“, sondern im „alten Glanz“ erscheinen. Die Kosten für die Restaurierungsarbeiten von rund 95.000 Euro haben sich Stadt und Bund geteilt.

Die Arbeiten an der Stadtmauer hätten zu vielen neuen archäologischen Erkenntnissen geführt, sagte Thomas Platz. Und er erwartet noch weitere Erkenntnisse. Bis zum Jahr 2020 sollen die 2009 begonnenen Restaurierungsarbeiten der Stadtmauer abgeschlossen sein.

Im Stadthistorischen Museum wird am Sonntag, 18. November, die Ausstellung „Dispargum - Königssitz, Kaiserpfalz, Hansestadt“ eröffnet, bei der neue Erkenntnisse aus der Stadtarchäologie präsentiert werden. Die ursprünglich 2400 Meter lange mittelalterliche Stadtmauer Duisburgs, die die noch in großen Teilen erhalten ist, wird bei dieser Ausstellung im Mittelpunkt stehen. „Hier wird Geschichte sichtbar“, so Stadtarchäologe Thomas Platz.