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Duisburg: Stadt verliert Prozess wegen Förderung des Kindermuseums

Duisburg : Stadt verliert Prozess wegen Förderung des Kindermuseums

In erster Instanz hat die Stadt Duisburg einen Prozess wegen der Förderung des Kindermuseums verloren. Legt sie keinen Einspruch ein, wird sie bzw. die städtische Tochter DBV (Duisburger Bau- und Verwaltungsgesellschaft) rund 3,5 Millionen Euro Fördermittel zurückgeben müssen.

Es ist schon viele Jahre her, dass der ehemalige Werhahnspeicher am Innenhafen für das Atlantis-Kindermuseum umgebaut worden war. 2004 war das, und dem war eine lange Phase der finanziellen Unsicherheit vorausgegangen. Nicht zuletzt durch Unterstützung der Bundesstiftung Umwelt und des Landes NRW kam schließlich genug Geld zusammen. Die Stiftung knüpfte ihre Zusage an die Bedingung, dass in dem Speicher ein Konzept mit hohem pädagogischem Nutzen realisiert werden müsse, das Land betonte vor allem den touristischen Wert des Innenhafens und der umzubauenden Immobilie. Atlantis schien dies zu garantieren. Es war Mitmachmuseum mit hohem pädagogischem Ansatz und einer Strahlkraft über die Stadtgrenzen hinaus.

Doch wie die versunkene Stadt, so ging auch das Kindermuseum unter, musste 2009 Insolvenz anmelden. Mit dem Lego Discovery Center glaubte der damalige zuständige Kulturdezernent Janssen einen neuen Nutzer gefunden zu haben, der nicht nur genug Geld zum Betrieb des Hauses mitbringt, sondern auch die Förderbedingungen der Stiftung und des Landes erfüllt. Schon damals gab es daran Zweifel. Lego - dahinter stünden eher wirtschaftliche als pädagogische Interessen, argumentieren Skeptiker wie der SPD-Kulturexperte und Ratsherr Udo Vohl. Sie befürchteten, dass die Fördergelder zurückgefordert werden könnten. Das Unternehmen mit den kleinen bunten Steinchen kam 2009 und zog drei Jahre später nach Oberhausen um. Das leere Haus füllt seit nun fast zwei Jahren das "Explorado" - ein Kindermuseum, in dem pädagogische Grundsätze wieder eine große Rolle spielen.

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In dem verlorenen Prozess ging es allerdings nicht um die aktuelle Nutzung, sondern um die Lego-Zeit. Die Stadt hatte - was damals sehr beliebt war - der Duisburger Bau- und Verwaltungsgesellschaft das Kindermuseum aufs Auge gedrückt. An der DBV wäre es darum auch, die Fördermittel zurückzugeben. Für das Unternehmen wäre dies nach der Skandal-Baustelle Küppersmühle eine weitere Hiobsbotschaft.

(RP)