Duisburg: Stadt treibt die Digitalisierung an Schulen voran

Zahlreiche Maßnahmen geplant : Stadt Duisburg forciert Digitalisierung an Schulen

Der moderne Schulunterricht sieht digitale Klassenzimmer vor, in denen Schüler und Lehrer unter anderem auf W-Lan und neue Medien zurückgreifen können. In Duisburg gibt es dazu konkrete Pläne.

Die alten Zeiten sind vorbei. Das gilt auch für die Klassenzimmer. Nachdem der Bundestag im vergangenen Monat zugestimmt hat, bis zu fünf Milliarden Euro für die Digitalisierung von Schulen zur Verfügung zu stellen, nehmen die Stadt Duisburg und die Zweigstelle der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) das Thema in den Blick. Beide Akteure setzen sich dafür ein, dass an Duisburgs Schulen bald digital unterrichtet wird.

Auf Anfrage unserer Zeitung äußerte sich die Stadt in einer Stellungnahme: „Die Digitalisierung an Duisburger Schulen ist mittelfristig ausgelegt und erfolgt Schritt für Schritt“, heißt es in der Mitteilung. Das Ziel: Zukünftig soll es Schülern an allen Schulen flächendeckend möglich sein, digitale Medien und Informationen zu nutzen.

Um die Digitalisierung an Duisburgs Schulen voranzutreiben, wurde bereits im Jahr 2015 das Projekt „Lernen 25“ gestartet. Das Projekt sei der „Grundstock“ für die nächsten Schritte, teilte die Stadt per Stellungnahme mit. Deshalb sei das erfolgreiche Programm in diesem Jahr auch verlängert worden. Unterstützt von der Uni Duisburg-Essen rüstete die Stadt damals zunächst fünf ausgewählte Schulen technisch so aus, dass die schulische Ausstattung sinnvoll und sicher durch private Geräte ergänzt wird. Das heißt, dass Schüler ihre eigenen Geräte wie Tablets oder Smartphones mit in den Unterricht nehmen und benutzen durften.

Das Projekt „Lernen 25“ sieht darüber hinaus vor, alle Schulen mit W-Lan auszustatten. Die Nutzung soll laut einer Ratsvorlage aus dem Jahr 2015 in allen Unterrichtsfächern möglich sein und „einen reinen PC-Unterricht sinnvoll ergänzen, zum Teil ersetzen und den Schülern den verantwortungsvollen, kritischen und kompetenten Umgang mit den elektronischen Medien vermitteln“. Nun ist man dem ein Stück näher. Sobald der Bund eine Förderung vorsieht, „soll als nächster logischer Schritt die flächendeckende Versorgung aller Schulen mit W-Lan erfolgen“, heißt es von der Stadt.

Zudem sind laut Sprecherin Gabi Priem weitere Maßnahmen bereits geplant: Mithilfe des NRW- Fördermittelprogramms „Gute Schule 2020“ sollen die weiterführenden Schulen ab dem dritten Quartal 2019 mit einem glasfaserbasierten Breitbandnetz ausgestattet werden. Dafür stehen 4,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die Grund- und Förderschulen sollen möglichst zeitgleich versorgt werden. Davon unabhängig arbeite die Stadt derzeit nach eigenen Angaben zusammen mit Schulen und weiteren Akteuren an einem Medienentwicklungsplan, der die Versorgung aller Duisburger Schulen mit digitalen Angeboten, Fortbildung, Infrastruktur, Support und Lernräume regeln soll.

Auch die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) setzt sich für digitale Klassenzimmer ein. Die GEW appelliert: Alle Schulen und Lehrer müssten schnellstmöglich mit neuen Medien ausgestattet werden. Eine Forderung, die bereits lange an finanziellen Möglichkeiten und baufälligen Schulen scheitert. „In erster Linie werden zunächst Dinge wie Toiletten und Fenster renoviert“, sagt Thomas Schwindt, Vorstand der GEW Duisburg. Die Konsequenz: „Die Ausstattung von Schulen mit IT-Medien kommt da häufig zwangsläufig zu kurz.“

Schüler und Lehrer könnten gleichzeitig von neuen Medien profitieren, etwa selbständiger lernen oder Unterricht besser vorbereiten, heißt es von der GEW. Die Digitalisierung an Schulen verändere nach Ansicht der Gewerkschaft langfristig auch den Unterricht. Schwindt geht davon aus, dass der klassische Frontalunterricht in Zukunft immer mehr aus den Klassenräumen verschwinde.

Es komme insgesamt auf die Art und Weise an, wie digitale Angebote in den Klassenräumen genutzt werden. „Es geht nicht nur darum, Technik in die Schulen zu tragen“, sagt Schwindt. Schüler sollten sich im Unterricht mit den neuen Medien auseinandersetzen. „Es soll vermittelt werden, wie diese Medien genutzt werden und wie die Nutzung reflektiert werden kann“, so der GEW-Vorstand.

(jlu)