Staubilanz des ADAC für Duisburg „Stau-Hotspot bleibt hier das Kreuz Kaiserberg“

Duisburg · Duisburg ist 2023 ein Hotspot in Sachen Staus gewesen. Das hat der ADAC in seiner NRW-Staubilanz für das vergangene Jahr festgestellt. Wo es besonders schlimm war und was für 2024 zu erwarten ist.

 Die A40 ist in NRW die Stau-Autobahn Nummer eins.

Die A40 ist in NRW die Stau-Autobahn Nummer eins.

Foto: dpa/Roland Weihrauch

Von den zehn am meisten staubelasteten Autobahnen führen die Hälfte auch durch Duisburger Stadtgebiet, nämlich fünf. Es sind die A3, A40, A42, A57 und A59. Das ist ein Ergebnis der ADAC Staubilanz 2023 für NRW – bei der Duisburg nicht gut abschneidet.

Das liegt vor allem an den Arbeiten am Kreuz Kaiserberg. Das wird bekanntlich bis 2028 ausgebaut, und hier kreuzen mit dem früheren „Ruhrschnellweg“, der A40 von Venlo nach Essen und der A3 zwei der strauträchtigsten Autobahnen ganz Deutschlands.

Dabei unterscheidet der Automobilclub ziwschen Fernautobahnen und „übrigen“ Autobahnen. Bei den Fernautobahnen gibt es auf der A3 besonders häufig Staus. So liegt der Abschnitt der A3 zwischen Köln und Oberhausen – also auch der Bereich des Autobahnkreuzes Kaiserberg – auf Platz zwei der bundesweiten Top-15-Stauschwerpunkte. Die Fachleute des ADAC errechneten hier 155 Staustunden je Autobahnkilometer.

Bei den „übrigen“ Autobahnen sind die Strecken in und um Duisburg ebenfalls häufig vertreten. Auf der A40 zwischen Duisburg und Essen wurden 2023 insgesamt 299 Staustunden pro Autobahnkilometer ermittelt – der zweithöchste Wert in ganz Deutschland überhaupt. Auf Platz sieben im Stau-Ranking findet sich die Nord-Süd-Achse: Auf der Autobahn zwischen dem Kreuz Duisburg-Süd und dem Ausbauende in Walsum wurden 197 Staustunden je Autobahnkilometer festgestellt – Platz sieben auf der Stau-Hitliste.

Auf Platz elf schließlich landet die A42 von Kamp-Lintfort nach Dortmund. Hier wurden 162 Staustunden je Autobahnkilometer festgehalten. Häufig knubbelt es sich hier vor und hinter dem Kreuz Duisburg-Nord, was auch an der „ewigen“ Baustelle in diesem Bereich liegt.

Die Aussichten für das kommende Jahr sind wenig ermutigend. Der Ausbau des Kreuzes Kaiserberg wird weitergehen und weitere Staus nach sich ziehen. So rechnet der ADAC in ganz NRW mit einem steigenden Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen. In ganz NRW müssten 873 Brücken an Autobahnen saniert oder neu gebaut werden. Davon ist Duisburg bekanntlich gleich mehrfach betroffen.

So ist der Bau der A40-Rheinbrücke zumindest zur Hälfte erledigt, während die Berliner Brücke an der A59 in den kommenden Jahren ersetzt werden muss. Und die Auswirkungen der Sperrung der Brücke an der A42 zwischen Bottrop und Essen bekommen Ein- und Auspendler in Richtung Duisburg täglich zu spüren.

Der ADAC kommt zu dem Fazit: „Autofahrer in NRW brauchen also wieder viel Geduld und gute Nerven. Nähert sich der Berufspendlerverkehr weiter dem Vor-Corona-Niveau an, droht vor allem im Ruhrgebiet noch mehr Stillstand auf den Autobahnen. Stau-Hotspot bleibt hier das Kreuz Kaiserberg, Stau-Autobahn Nummer eins die A40.“

Die meisten Staus in NRW gibt es mittwochs und donnerstags, und dann vor allem im Berufsverkehr in den Zeiten zwischen 7 und 9 Uhr morgens und zwischen 15 und 19 Uhr nachmittags. Staureichster Monat war der November.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Automobilclub in seinem Mobilitäts-Monitor die Zufriedenheit der Menschen mit dem Verkehr in den 15 größten deutschen Städten ermittelt. Duisburg belegte dabei hinter Köln den 15. und letzten Platz.

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