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Duisburg: SPD und CDU wollen Stadtbahnen öfter fahren lassen

Nahverkehr in Duisburg : „Ersatz-Rat“ verbessert Bus und Bahn

SPD und CDU wollen auch die Stadtbahnen künftig öfter fahren lassen. Anstelle des Stadtrates soll am 30. März eine Sondersitzung des Haupt- und Finanzausschusses stattfinden.

Ab April sollen zahlreiche Änderungen des aktuellen Nahverkehrsplans für eine Verbeserung bei den Bahn- und Busverbindungen in Duisburg sorgen. Auf Antrag der Fraktionen von SPD und CDU wurde jetzt eine Optimierung des Nahverkehrsplans von der Verwaltung erarbeitet. Diese soll am kommenden Montag 30. März, dem Rat der Stadt Duisburg zur Entscheidung vorgelegt werden. Wie berichtet soll der Rat in der Mercatorhalle tagen. Dem Vernehmen nach wird die Ratssitzung nun aber möglicherweise in eine Sondersitzung des Haupt- und Finanzausschusses umfunktioniert. Mit 84 Ratsmitgliedern ist dieses Gremium wohl noch zu groß, um selbst in den Mercatorhalle für den nötigen Mindestabstand sorgen zu können. Mit 25 Mitgliedern ist der Haupt- und Finanzausschuss bedeutend kleiner, so dass es hier mit den Abständen wohl einfacher zu handhaben ist. Zusammen mit den Vertretern der Verwaltung, Schriftführern und Fraktionsbeschäftigten käme man damit auf eine Anzahl von rund 50 Teilnehmern. Dieses Gremium könnte dann auch im Ratssaal tagen.In welchen Punkten der als „Ersatz-Rat“ fungierende Ausschuss tatsächlich beschlussfähig sein kann, wird zurzeit noch vom Rechtsamt geprüft.

Die geplanten Verbesserungen bei Bus und Bahn schlagen in diesem Jahr mit rund 840.000 Euro zu Buche, in den Folgejahren mit über zwei Millionen Euro. Ausgaben, die sich aber lohnen sollen: „Wenn man sich auch eine detailliertere und transparentere Berücksichtigung der einzelnen Bürger- und Bezirksvertretereingaben gewünscht hätte, geht der Optimierungsentwurf im großen Ganzen den richtigen Weg – nicht zuletzt, den Samstag nunmehr als normalen Werktag bei den Betriebszeiten einzuplanen, wovon alle sieben Bezirke gleichermaßen profitieren“, so CDU-Fraktionschef Rainer Enzweiler, Ratsfraktionsvorsitzender der CDU. SPD-Fraktionschef Bruno Sagurna, erklärte, sobald der Schulbetrieb wieder starten kann, sei ein verbessertes Angebot der Einsatzbuslinien für die Hin- und Rückfahrten an den Schulen vorgesehen. „Damit werden stadtweit mehr Kapazitäten beim Schülerverkehr geschaffen“, so Sagurna.

 Auf Grundlage einer klaren Struktur sollen je nach Prüfungs- und Planungsaufwand „Ad-hoc“-Maßnahmen bis zum 20. April umgesetzt, kurzfristige Maßnahmen bis zum 12. August und mittel- bis langfristige Maßnahmen bis zum Fahrplanwechsel im Sommer 2021. Bei den mittel- und langfristigen Maßnahmen werden darüber hinaus fortlaufend Prüfungen durchgeführt und unter Beteiligung der Bezirksvertretungen deren Ergebnisse dem Rat zur Entscheidung vorgelegt. Bei allen Überlegungen ist die Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) einbezogen.

 Insgesamt würde durch die vielen einzelnen Maßnahmen nochmals erheblich in den ÖPNV investiert, teilten SPD und CDU mit. Wir haben die Anregungen der Bürger ernst genommen und werden als Ratspolitik zusammen mit den Bezirksvertretungen vor Ort auch weiterhin kontinuierlich an einem Ausbau des Angebots arbeiten“, kommentierte Bruno Sagurna.

Rainer Enzweiler resümiert für die CDU-Ratsfraktion: „Wichtig war uns, dass gerade bei den mittel- und langfristigen Maßnahmen eine begleitende Prüfung und fortschreibende Beschlusslage unter Beteiligung der Bezirksvertretungen verabredet wurde. So bleiben die planerischen Prozesse an der realen Situation ausgerichtet und auch die Rückkopplung zu und Bürgern gewahrt.“

Beide Fraktionen wollen den optimierten Nahverkehrsplan unter dem Leitgedanken „Mobilität 2030“ zu einem ganzheitlichen Konzept weiterentwickeln und legen einen entsprechenden Antrag für die Ratssitzung am 30. März vor. „Auch zukünftig wird es einen hohen Bedarf an Mobilität in unserer Stadt geben. Mobilitätsangebote müssen daher passgenau und zeitgemäß unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeit und Digitalisierung weiterentwickelt werden. Neben der emissionsarmen Individualmobilität muss ein attraktiver, umweltschonender ÖPNV verstärkt Förderung erfahren. Die Stadtbahnen sind hier eine Option, um perspektivisch den Takt in den Spitzenzeiten zu verdichten. Darüber hinaus müssen die einzelnen Angebote, wie Busse, Bahnen, myBus, Taxis, Carsharing, Fahrrad, E-Bike oder E-Scooter besser vernetzt werden. Daneben sind auch die infrastrukturellen Voraussetzungen zu schaffen – sowohl moderne Busse und Bahnen sowie Mobilitätszentren als auch Online-Mobilitätsportale und Echtzeit-Datenverkehr“, heißt es zur Begründung des parteiübergreifenden Antrags.

(mtm)