Duisburg: SPD gründet neuen Ortsverein Homberg/Ruhrort

Mahmut Özdemir wird Vorsitzender : SPD gründet neuen Ortsverein Homberg/Ruhrort

Der neue SPD-Ortsverein will die aktuellsten Probleme bekämpfen. Denn die Mitgliederzahlen schrumpfen und der Altersdurchschnitt steigt.

Im letzten Jahr hatte die Duisburger SPD eine Neuorganisation ihrer Ortsvereine beschlossen. In Homberg hatte das in dieser Woche die Neugründung des Ortsvereins Homberg/Ruhrort zur Folge. Die Genossen aus den beiden Stadtteilen bilden nun eine Gemeinschaft. „Das ist der Vollzug einer zehn Jahre währenden guten Zusammenarbeit“, sagte der Bundestagsabgeordnete Mahmut Özdemir.

Özdemir, vorher Chef der Homberger Sozialdemokraten, wurde auf der Versammlung zum Vorsitzenden des neuen Gemeinschaftsvereins gewählt. Seine Stellvertreter wurden Udo Vohl und Heike Krause. Letztere war vorher die Vorsitzende des Ruhrorter Vereins.

„Es schmerzt, keine Frage. Aber man muss auch sagen, dass Ruhrort ein kleiner und auch ein alter Ortsverein war“, sagt Krause. Man habe sich ganz bewusst für den Zusammenschluss mit Homberg entschieden, denn durch den Bezirk Homberg/Ruhrort/Baerl habe man sowieso schon in der Bezirksvertretung eine Fraktion gebildet und vieles bezirksübergreifend gemeinsam gestemmt. „Im Unterbezirk Duisburg sind wir damit weiterhin in den Top 5 der größten Ortsvereine und werden weiter ein Eckpfeiler sein“, so Mahmut Özdemir. Zum Gründungsstichtag sind es insgesamt 262 Mitglieder. Im ebenfalls zum Bezirk gehörenden Ortsteil Baerl wird es weiterhin einen eigenen Ortsverein geben.

Ende der 70er Jahre hatte die SPD in Duisburg noch über 11.000 Mitglieder, die Ortsvereine zählten im Schnitt über 300 Genossen, aktuell sind es stadtweit nur 121. Hinzu kommt ein stark gestiegener Altersdurchschnitt von 61 Jahren. Das führt dazu, „dass manche der 31 Ortsvereine nicht mehr in der Lage sind, Ortsvereinsarbeit zu leisten“, erklärte der damalige SPD-Geschäftsführer Jörg Lorenz im letzten Jahr. Dabei fehle es nicht an gutem Willen. Aber wenn ein kleiner Ortsverein stark überaltert sei und die jungen Mitglieder wegen ihrer beruflichen Tätigkeit keine Zeit für regelmäßige Ortsvereinstätigkeit hätten, dann sei es schwierig mit der Handlungsfähigkeit.

Es werde auch immer schwieriger Mitglieder zu finden, die Verantwortung übernehmen, sagte Lorenz. Darum gab es bereits einige Fusionen. So wurden die Ortsvereine in Ober-, Unter- und Mittelmeiderich ebenfalls Anfang des Jahres zusammengelegt. Das geschah übrigens gegen den ausdrücklichen Wunsch der Obermeidericher Genossen. Genauso Murren gab es bei der Zusammenlegung von Hochfeld-Süd und -Nord. Eine solche Eintracht, wie die über die Jahre in Homberg gewachsene, gab es dort nicht.

(sip)