Duisburg: So wird die Internationale Garten Ausstellung (IGA) 2027

Stadtentwicklung in Duisburg : IGA 2027: Mehr als eine Blümchenschau

Bei der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 geht es vor allem um nachhaltige Stadtentwicklung. Ein zentraler Parkplatz könnte auf dem Gelände der „Freiheit“ entstehen, um den innerstädtischen Verkehr zu entlasten.

Die erste größere öffentliche Infoveranstaltung zur IGA 2027 am Mittwochabend im Lehmbruck-Museum zeigte zweierlei: Für die Veranstaltung im gesamten Ruhrgebiet, bei der Hochfeld bekanntlich eine besondere Bedeutung zukommen soll, gibt es zurzeit nur ein sehr grobes Konzept. Und zweitens soll die IGA Impulsgeber für eine nachhaltige Stadtentwicklung werden.

Darauf wies auch Planungsdezernent Martin Linne hin: „Das war bei dem Dekadenprojekt Internationale Bauausstellung Emscherpark genau so. Auch damals hatte sich niemand vorstellen können, dass aus dem Hüttenwerk in Meiderich einmal mit dem Landschaftspark Nord ein echter Anziehungspunkt werden würde und wie sich das einstige Rattenloch Innenhafen entwickeln würde.“ Ähnlich soll es bei der IGA 2027 werden, die unter der allgemeinen Fragestellung steht: „Wie wollen wir morgen leben?“ Die IGA soll sich über das gesamte Ruhrgebiet erstrecken, hat aber drei Schwerpunkte in Gelsenkirchen, Dortmund und eben Duisburg-Hochfeld.

Joachim Evers vom Planungsbüro RMP stellte das Konzept für Hochfeld vor, in dessen Mittelpunkt der Rheinpark steht. Schnell wurde allerdings deutlich, dass die Planungen noch in den Kinderschuhen stecken. So ist es noch keineswegs sicher, dass der Kultushafen tatsächlich verfüllt und zu einem Rheinstrand umfunktioniert wird. Auch die Integration der IGA in das künftige Wohnquartier Rheinort – bekanntlich soll an der Stelle des alten Drahtwalzwerks von Arcelor ein neues Wohnquartier für 4500 Menschen entstehen – soll ein Thema werden. Von den Besuchern wurde auch der Lückenschluss zur Rheinpromenade und zur Landmarke „Tiger & Turtle“ angemahnt. Die städtebauliche Nachhaltigkeit soll insbesondere Hochfeld zugutekommen: Durch die Öffnung zum Rhein hin, durch das neue Wohnquartier Rheinort und durch eine durchgehende Vernetzung mit einem Grünring und der besseren Anbindung auf der Rheinseite nach Wanheimerort bis nach Wanheim.

Aufgewertet werden soll auf jeden Fall die linke Rheinseite. Kritik hatte es aus Rheinhausen gegeben, weil, wie es auch Evers ausführte, es im linken Rheinvorland einen großen Parkplatz geben könnte, von dem die IGA-Besucher über die alte Eisenbahnbrücke oder mit einer zu schaffenden Fährverbindung zum IGA-Gelände gelangen könnten. Martin Linne hat da schon andere Pläne. „Auch die linke Rheinseite könnte aufgewertet werden mit zusätzlichen Anpflanzungen und neuen Wasserflächen. Einen zentralen Parkplatz könnte ich mir auf dem ,Freiheit’-Gelände vorstellen, das bis dahin zumindest so weit erschlossen sein müsste“, erklärte Linne am Rande der Veranstaltung im Gespräch mit unserer Redaktion. Anreisende Besucher könnten auf dem „Freiheit“-Areal ihr Auto abstellen und einen Shuttle-Service zum IGA-Gelände in Hochfeld nutzen – genau wie die Gäste, die mit der Bahn ankämen. Linne: „Es spricht auch nichts dagegen, hier 1000 Leihräder zur Verfügung zu stellen, mit denen man über eine Grünverbindung nach Hochfeld fahren kann. Wichtig ist, dass wir bei der IGA unnötigen zusätzlichen Autoverkehr durch die City vermeiden.“

Im Rahmen der IGA war auch eine neue Landmarke auf der Rockelsberghalde auf Rheinhauser Seite ins Gespräch gebracht worden. Sie sollte das friedliche Miteinander der Weltreligionen symbolisieren.

Als beispielhaft gilt die Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn, die dort zur Stadtentwicklung enorm beigetragen habe, wie deren Organisator Hanspeter Faas erläuterte. Zudem war die Schau mit 2,3 Millionen Gästen auch im Hinblick auf die Besucher ein Erfolg. Für die IGA 2027 rechnen die Macher mit rund 2,6 Millionen Besuchern.

Das Ziel sei es, so beschrieb es Nina Frense, Umweltbeigeordnete beim RVR, das „graue Quartier im Ruhrgebiet noch grüner zu machen“ – und dies auch national bekannt werden zu lassen. Bis zum Start in einigen Jahren sind also noch viele Schritte nötig. Was dabei besonders wichtig werden dürfte, beschrieb Hanspeter Faas so: „Den größten Fehler, den Sie machen können, ist bei anderen abzukupfern.“