Duisburg: So schön war das Ruhrorter Hafenfest 2019

Ruhrorter Hafenfest : Kirmes, Kunst und Kiezkultur

Das alles und noch viel mehr bot das 26. Ruhrorter Hafenfest den vielen Tausend Besuchern. Heute wird die Veranstaltung mit mit einem Kirmestag für die ganze Familie beschlossen.

Feuerwerk und Schiffskorso, Kirmes und Konzerte, Kunstmarkt, Hinterhoftrödel, Kiezkultur und noch vieles mehr lockten auch dieses Jahr wieder Tausende zum Hafenfest nach Ruhrort. Dort veranstaltet Duisburgs kleinster Stadtteil seit Jahren die größte Party – wenngleich das Fest diesmal leicht abgespeckt daherkam und manches anders war. Der Begeisterung der Besucher tat beides keinen Abbruch.

Nachdem am vergangenen Montag die Stadt grünes Licht dafür gab, dass das Höhenfeuerwerk „Ruhrort in Flammen“ zum Auftakt des Hafenfestes stattfinden könne (die RP berichtete), fiel den Veranstaltern, dem Hafenfestverein um Walter Pavenstedt, ein Stein vom Herzen. Und so bot sich den zahlreich in den Stadtteil pilgernden Menschen Freitagnacht ein beeindruckendes pyrotechnisches Spektakel, das den Nachthimmel über dem Hafenstadtteil einzigartig erleuchtete und viele neue und überraschende feuerwerktechnische Effekte enthielt. 30 Minuten lang – so lange dauert kein Feuerwerk am Niederrhein – wurden tausende kleine und große Böller und Raketen in den Himmel geschossen. Eine Besonderheit dieses Feuerwerks ist der abschließende „Wasserfall“, bei dem sich ein wunderschön anzusehender silberner Sprühregen auf breiter Front von der Friedrich-Ebert-Brücke in den Rhein ergießt.

Eröffnet wurde das Ruhrorter Hafenfest allerdings wie immer mit einem ökumenischen Gottesdienst, der in diesem Jahr auf dem Richard-Hindorf-Platz stattfand und nicht, wie sonst üblich, an der Schifferbörse. Grund dafür war, dass der Gustav-Sander-Platz in diesem Jahr – aus Kostengründen, wegen des entstandenen Defizites infolge des abgesagten Feuerwerks 2018 – nicht vom Hafenfestverein bespielt wurde, sondern vom Duisburger Hotelier und Gastronom Thomas Schenkel und seinem Team vom „Sittardsberg“. Insofern stand dem Veranstalter diesmal nur eine Bühne für sein fast ausschließlich aus Coverbands bestehendes Musikprogramm zur Verfügung.

Doch was wäre ein Hafenfest ohne Schiffe? Es wäre vergleichbar einem Schwimmbad ohne Wasser. Und so gab es ab Freitagnachmittag ein Treffen von historischen und Gastschiffen an der Schifferbörse, darunter die Dampfboote „Jan de Sterke“, „George Stephenson“ und „Adelaar“, das ehemalige Proviantboot „Time is Money“ sowie der Frachtensegler „Helena“, die allesamt aus dem Rotterdamer Hafen, dem Patenhafen Duisburgs, stammen. Zum Feuerwerk versammelte sich dann ein großer Schiffskorso von Fahrgastschiffen am Hafenmund.

Hieß es am Freitag und am Samstag frei nach Rio Reiser „Runter zum Hafen“, ging es am Sonntag stattdessen in die eher entgegengesetzte Richtung: nämlich in den Kiez – ob zum Neumarkt, wo der mittlerweile neunte Kunst- und Kulturmarkt des Hafenfestes von Klaus Brüggenwerth stattfand, oder überall hin in Ruhrort, wo seit drei Jahren, von Peter Jacques ins Leben gerufen, der inzwischen wohl „größte Hinterhoftrödel der Republik“ (Jacques) stattfindet.

Besonders beliebt: Hafenrundfahrten und das Flanieren an der Uferpromenade. Beides gehört zum Hafenfest-Erlebnis. Foto: Christoph Reichwein (crei)
„Deluxe – The Radioband“ heizte den Duisburgern am Freitag richtig ein. Foto: Christoph Reichwein (crei)
Die Kirmes auf der Mühlenweide ist nach der Beecker Kirmes die zweitgrößte im ganzen Jahr. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Immer wieder gelingt es Brüggenwerth, neue Standbetreiber auf seinen Markt zu locken. Erstmals dabei waren so die Macher des „HFN-Jam“ (Thomas Warnecke, Klaus Grospietsch und Holger Schörken), die ihre neueste T-Shirt-Kollektion präsentierten und einige „Fucksimili“-Ausgaben ihrer „HFN-Post“. Ein „Extrablatt“ davon gab es auch nur unter dem Ladentisch. Bei Jacques „Hinterhoftrödel“ sah es hinsichtlich des Zulaufs nicht anders aus: Denn diesmal machten 36 Höfe mit, so viele wie noch nie. Erstmals hier mit dabei war der Hof auf der Dammstraße 25, wo der Mercator Verlag seinen Sitz und Buchladen hat. Ebenfalls dort untergebracht sind die „Raumhelden“, so dass diese und der Mercator-Buchladen zusammen hier „gemeinsame Sache“ machen konnten.

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