Unfallstatistik: Duisburg - sicherste Stadt im Ruhrgebiet

Unfallstatistik : Duisburg - sicherste Stadt im Ruhrgebiet

In keiner anderen vergleichbaren Nachbarstadt im Revier sind die Unfallzahlen im vergangenen Jahr so niedrig gewesen wie in Duisburg. Und auch im Landesvergleich kommt Duisburg mit dem dritten Platz aufs Siegertreppchen.

Polizeipräsidentin Dr. Elke Bartels hielt gestern einen großen Strauß guter Nachrichten bereit, als sie zusammen mit ihrem Kollegen Peter Hilp, Direktionsleiter Verkehr, den Verkehrsbericht 2013 vorstellte. Im Vergleich zum Vorjahr gab es weniger Unfälle, weniger Verletzte und Tote, weniger Verkehrsunfallfluchten und hier eine höhere Aufklärungsquote. Das Fazit der Polizeipräsidentin: "Die Duisburger sind besonnene Verkehrsteilnehmer."

Im Detail: Die Polizei nahm im vorigen Jahr 14 482 Unfälle auf. Das sind 3,45 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Minus fiel deutlich höher aus als das im Landesdurchschnitt mit 1,3 Prozent. Längst nicht alle Unfälle waren 2013 so spektakulär wie der im Januar vorigen Jahres in Mündelheim, wo ein Laster in eine Bushaltestelle raste und vier Passanten verletzt wurden. Bei 89 Prozent der Unfälle blieb es bei leichterem Sachschaden. Selbst bei den schweren Unfällen, bei den Menschen zu Schaden kamen, ist für 2013 ein Rückgang zu melden (3,14 Prozent).

Im vorigen Jahr ließen vier Verkehrsteilnehmer in Duisburg ihr Leben (2013 waren es 12). In einem Fall missachtete eine Autofahrerin auf der Bissingheimer Straße beim Abbiegen einen Radfahrer. In Homberg auf der Lauerstraße wurde ein 24-jähriger Betrunkener von einem Auto erfasst und getötet. In Rahm kam ein 41-jähriger Motorradfahrer ums Leben, weil er auf der Straße Am Junkersknappen auf der falschen Spur unterwegs war und mit einem entgegenkommenden Auto zusammenstieß. Und in Bruckhausen verlor ein 35-jähriger Kradfahrer wegen überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle über seine Maschine, prallte gegen eine Leitplanke, flog fast 50 Meter durch die Luft und starb noch an der Unfallstelle.

Es gab im vergangenen Jahr 225 Schwerletzte (206). Zu ihnen zählen auch die drei Verkehrsteilnehmer, die vor wenigen Wochen in Straßenbahnunfälle verwickelt waren. In Walsum war ein junger Radfahrer von einer Bahn mitgeschleift und schwer verletzt worden, wahrscheinlich hatte er das Schienenfahrzeug übersehen. Ebenfalls in Walsum schleifte eine Bahn eine junge Frau, die in der Türe eingeklemmt worden war, 300 Meter mit. Und am Grunewald kam ein betrunkener Mann unter einen Straßenbahnzug und wurde so schwer verletzt, dass er nun ein Pflegefall ist.

Bei den Leichtverletzten, also Unfallopfern, die nicht ins Krankenhaus gebracht werden mussten, gab es einen deutlichen Rückgang von 1508 im Jahr 2012 auf 1292. Erfreulich ist aus Sicht der Polizei, dass im vorigen Jahr 11,3 Prozent weniger Radfahrer und 22,7 Prozent weniger Autofahrer verunglückten. Dagegen steht allerdings ein leichter Anstieg bei verunglückten Kindern (von 180 auf 187 Fälle). 45 dieser verunglückten Kinder waren auf dem Schulweg, fünf davon allein im Ortsteil Bergheim.

Probleme macht der Polizei seit Jahren die große Zahl von Unfallfluchten. Doch auch hier gab es in 2013 eine positive Entwicklung. 3107 Anzeigen gab es hier, 125 weniger als in 2012. Noch erfreulicher ist allerdings die gestiegene Aufklärungsquote. Sie lag am Ende 2013 bei fast 46 Prozent, was nach Aussagen von Dr. Bartels auch darauf zurückzuführen ist, dass es im Präsidium hierfür eine Spezialtruppe gib. Zu den aufgeklärten Unfallfluchten gehört beispielsweise eine in Neuenkamp. Vor wenigen Wochen waren hier etliche Autos entlang einer Straße offensichtlich von einem Lkw beschädigt worden. Die Fahndung hatte zum Ergebnis, dass sich sowohl eine Werkstatt meldete, in der der Lkw repariert worden war, wie auch der Lkw-Fahrer selbst, der allerhand Ausflüchte für sein Verhalten parat hielt, wie Peter Hilp sich erinnert.

Der häufigste Grund für Unfälle ist seit Jahren unangemessener Abstand. Rückläufig ist hingegen die Zahl der Unfälle wegen überhöhter Geschwindigkeit. Rund 35 000 Verkehrsteilnehmer rasten in Laser- oder Radarkontrollen und waren im Schnitt 13,4 Prozent zu schnell. In Erinnerung bleiben dabei die Spitzenraser, so jener Autofahrer, der in einer 30er-Zone 120 fuhr. Allein beim Blitzmarathon kontrollierte die Polizei im vorigen Jahr 2000 Verkehrsteilnehmer, von denen 819 "erwischt" wurden, etliche auf der B 288, die nach wie vor zu Duisburgs Raserstrecken gehört.

(RP)
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