Duisburg: Schwieriger Prozess um den Tod eines Babys

Landgericht Duisburg : Schwieriger Prozess um den Tod eines Babys

Eine 34-Jährige soll ihr Neugeborenes getötet haben. Das Landgericht verhandelt seit Januar.

Seit elf Verhandlungstagen versucht das Landgericht Duisburg die näheren Umstände des Todes eines Babys zu klären, das eine 34-jährige Oberhausenerin am 10. August 2018 in ihrer Wohnung zur Welt brachte. Der Frau, die aufgrund einer Heirat erst einige Zeit zuvor von Duisburg nach Oberhausen gezogen war, wird Totschlag vorgeworfen. Unmittelbar nach der Geburt soll sie das kleine Mädchen getötet haben, indem sie dessen Atemwege blockierte.

Mit Professor Markus Schmidt, dem Chefarzt der Geburtsklinik der Sana-Kliniken am Kalkweg, sagte nunbereits der vierte medizinische Sachverständige in dem Verfahren aus. Der Geburtsfachmann war hinzugezogen worden, weil Rechtsmediziner auf einige Fragen keine eindeutigen Antworten wussten.

Fest stand, so weit waren sich die Sachverständigen einig, bislang nur, dass das Kind voll entwickelt und gesund war und nach der Geburt maximal 30 Minuten lebte. Aufgrund der Aussagen, welche die Angeklagte gegenüber Sachverständigen machte, ging auch der Duisburger Mediziner davon aus, dass es sich um eine Sturzgeburt handelte. Er hält die von einem anderen Sachverständigen vorgetragene mögliche Todesursache, das Kind könne kurz nach der Geburt als Folge einer Sauerstoffunterversorgung gestorben sein, für höchst unwahrscheinlich. „Solche Komplikationen treten fast ausschließlich bei längeren Geburtsvorgängen auf“, so der Chefarzt.

Wahrscheinlichste Todesursache wäre damit ein Blockieren der Atemwege. Ob absichtlich oder irrtümlich, weil die Mutter das Kind für tot gehalten haben will und es abdeckte, bleibt unklar. „Laien fällt es manchmal schwer, Lebenszeichen an einem Neugeborenen zu entdecken“, räumte der Sachverständige ein.

Die Frau will die Schwangerschaft erst sehr spät bemerkt haben. Vor Familie, Freunden und ihrem Liebhaber hatte sie das geheim gehalten. Der Geliebte war wahrscheinlich auch der Vater des Kindes.

(bm)
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