Schonendes Verfahren für Operationen Bypass wird am schlagenden Herzen ohne Herz-Lungen-Maschine angelegt

Duisburg · Patienten, die zum Beispiel aufgrund einer schweren Gefäßverkalkung einen Herz-Bypass benötigen, profitieren besonders von dieser schonenderen Operationsweise.

 Prof. Dr. Jochen Börgermann setzt auf nue OP-Techniken.

Prof. Dr. Jochen Börgermann setzt auf nue OP-Techniken.

Foto: EVKLN

Eine herkömmliche Bypass-Operation am Herzen stellt für Patienten einen großen und belastenden Eingriff dar, da der Brustkorb geöffnet und das Herz an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden muss, um Herz- und Lungenfunktion zu übernehmen. Am Herzzentrum Duisburg kommt eine deutlich schonendere Methode zum Einsatz, die minimal-invasiv durchgeführt wird: das OPCAB-Verfahren (off-pump coronary artery bypass = Koronarbypass ohne Herz-Lungen-Maschine). Hierbei wird der Bypass am schlagenden Herzen angelegt. Eine Herz-Lungen-Maschine ist nicht nötig.

Prof. Dr. Jochen Börgermann, Chefarzt der Herzchirurgie am Herzzentrum Duisburg, ist spezialisiert auf das OPCAB-Verfahren: „In Duisburg führen wir über 70 Prozent der Eingriffe mit diesem Verfahren durch. Patienten, die zum Beispiel aufgrund einer schweren Gefäßverkalkung einen Herz-Bypass benötigen, profitieren besonders von dieser schonenderen Operationsweise. Vor allem, wenn sie ein hohes Alter haben oder viele Begleiterkrankungen“, so der Herzchirurg.

Sein Wissen und die Operationstechnik vermittelt Börgermann in der jährlich stattfindenden OPCAB-Summer School, an der Ärztinnen und Ärzte aus ganz Deutschland teilnehmen. Bereits 2010, also während seiner Zeit als leitender Oberarzt am Herzzentrum NRW in Bad Oeynhausen, hat Prof. Börgermann dort die OPCAB-Summer School initiiert.

Vom 29. Juni bis zum 1. Juli fand die OPCAB-Summer School nun zum ersten Mal am Herzzentrum Duisburg statt. „In diesem Jahr haben wir Teams aus Heidelberg, Bonn und Magdeburg ausgebildet. Durch Fachvorträge und in insgesamt sechs Operationen haben wir Kolleginnen und Kollegen das ärztliche Handwerkszeug vermittelt“, so Börgermann. Unterstützt wurde das Training von der Firma Medtronic, einem Hersteller von Medizintechnik.

Die Nachfrage in der Ärzteschaft nach der OPCAB-Methode ist groß: „Wir haben festgestellt, dass dieses Verfahren deutlich schonender ist und die möglichen Komplikationen erheblich reduzieren kann. Die Sicherheit unserer Patienten hat für uns absolute Priorität. Entsprechend freuen wir uns, dieses wertvolle Wissen und Training auch ärztlichen Kolleginnen und Kollegen vermitteln zu können“, so Börgermann.

Der Duisburger Herzchirurg wird dazu in enger Kooperation mit Prof. Dr. med. Jan Gummert vom Herzzentrum NRW auch künftig weiterhin die OPCAB-Summer School veranstalten. Die Trainingskurse werden dann abwechselnd am Herzzentrum Duisburg und am Herzzentrum NRW in Bad Oeynhausen stattfinden.

(RP)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort