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Duisburg: Schon mehr 1050 Helfer für die Kommunalwahl haben zugesagt

Kommunalwahl 2020 : 1050 Wahlhelfer haben schon zugesagt

Rund 4000 Helfer benötigt die Stadt für die Kommunalwahl am 13. September. 3000 Duisburger sind angeschrieben worden, mehr als 1050 haben bereits zugesagt. Diese Wahl wird auch für die Helfer zu einer Herausforderung

Ein rund 20-köpfiges Team der Stadt ist schon seit einigen Wochen mit dem Vorlauf zur Wahl beschäftigt. „Dazu gehört auch die Rekrutierung von Wahlhelfern und die Suche nach geeigneten Wahllokalen“, berichtet Ralph Cervik. Er leitete die Stabsstelle Wahlen und ist damit für die operative Durchführung in Duisburg zuständig, offizieller Wahlleiter ist Stadtdirektor Martin Murrack.

Wie berichtet kann die Stadt nicht einfach die Wahllokale vergangener Urnengänge nutzen: Senioreneinrichtungen sollen wegen einiger Corona-Ausbrüche in Altenheimen diesmal nicht genutzt werden. „Das haben wir in der Vergangenheit eigentlich immer sehr gerne gemacht“, so der Wahlleiter. Denn zum einen seien die Einrichtungen meist barrierefrei, und zum anderen hätten die Bewohner der Heime selbst dann kurze Wege. Die Lösung: „Wir werden einige Wahllokale zusammenlegen, sind aber noch auf der Suche nach drei oder vier geeigneten neuen Lokalen.“

Neben den „klassischen“ Wahlhelfern wie Wahlvorstand, stellvertretender Wahlvorstand, Schriftführer und Beisitzer werden diesmal zusätzliche Helfer benötigt, die den Wählern den richtigen Weg weisen und auf die Möglichkeit zur Handdesinfektion aufmerksam machen. „Wahlhelfer kann jeder Wahlberechtigte werden. Deshalb appellieren wir gerade auch an Erstwähler, hier mitzumachen. Schließlich gibt es ja auch Geld dafür“, so Cervik (siehe Box).

Da das Wahlalter bei Kommunalwahlen bei 16 Jahren liegt, könnten auch schon Jugendliche ab diesem Alter als Wahlhelfer aktiv werden. Die müssen am Wahlsonntag allerdings früh aufstehen: „Wir beginnen um 7.30 Uhr mit der Einrichtung der Wahllokale“, so Cervik. Pro Stimmbezirk gibt es ein achtköpfiges Team aus Wahlvorständen, stellvertretenden Wahlvorständen, Schriftführern und Beisitzern. Da der Einsatz um 7.30 Uhr beginnt und die Auszählung erst ab 18 Uhr stattfindet, empfiehlt die Stabsstelle Wahlen, sich auf mehrere Schichten aufzuteilen.

Inzwischen haben sich schon mehr als 1050 von 4000 angeschriebenen potenziellen Helfern bereit erklärt, den Job am Wahlsonntag zu übernehmen. Cervik hält das in kürzerer Zeit für eine gute Quote. Er geht davon aus, rechtzeitig genug Helfer zu bekommen, um einen reibungslosen Ablauf gewährleisten zu können. Dass es Corona-bedingt weniger Wahllokale geben wird, bedeute aber nicht, dass auch weniger Wahlhelfer benötigt würden: „Die Zahl der Stimmbezirke wird dadurch ja nicht geringer.“

Es sei übrigens nicht so, dass sich die Wahlhelfer vorwiegend aus Verwaltungsmitarbeitern rekrutierten. „Das geht quer durch die Gesellschaft“, sagt der Leiter der Stabsstelle Wahlen. Bewerbungen werden zurzeit noch entgegen genommen. Die Helfer wissen, was auf sie zukommt: Personalien überprüfen, Stimmzettel ausgeben, Wählerverzeichnis führen und auszählen. Vor Ort werden die Stimmzettel für die Wahl von Rat, Bezirksvertretungen und der RVR-Verbandsversammlung („Ruhrparlament“) ausgezählt, die Zettel für den Integrationsrat werden zentral bearbeitet. Wegen der geringeren Zahl der Wahlberechtigten – rund 120.000 – und einer meist schwachen Wahlbeteiligung für den Integrationsrat könnte sonst schnell das Wahlgeheimnis nicht mehr gewahrt bleiben. Dieses Prozedere wird als „Duisburg Modell“ inzwischen landesweit so gehandhabt.

Nach der Auszählung erfolgt eine sogenannte „Schnellmeldung“ per Telefon an ein städtisches Callcenter. Diese Ergebnisse werden dann in eine digitale Präsentation (www.wahlergebnis.duisburg.de) mit aufgenommen. Die Stimmzettel werden eingetütet, in einen Koffer gesteckt und dann vom Wahlvorstand zu den Gruppenleitern gebracht. Erste Endergebnisse erhofft sich Stabstellenleiter Cervik so ab 21 oder 21.30 Uhr.

Für Wahlvorstände und Schriftführer gibt es Präsenzschulungen, für Beisitzer eine Online-Plattform. Auch für die Hygienebestimmungen erhalten die Wahlhelfer eine genaue Anweisung.

Wer Wahlhelfer werden möchte, mindestens 16 Jahre alt und EU-Bürger ist, kann sich über das Bewerbungsformular melden www.duisburg.de/wahlhelferbewerbung oder unter 0203 283-4399 anrufen oder sich per Mail bei wahlhelfer@stadt-duisburg.de melden.