Duisburg: Schäden an Duisburger Straßenbahnen werden repariert.

Straßenbahnreparatur : Straßenbahn-Reparaturen dauern an

Am DVG-Betriebshof werden Schäden im Zehntelmillimeter-Bereich an den Rädern beseitigt. Kunden müssen weiterhin Einschränkungen ertragen.

(RPN) 55 Kräfte arbeiten für die Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) in der Straßenbahnwerkstatt im Betriebshof Grunewald. Und sie alle haben sich in den vergangenen sechs Wochen fast ausschließlich um die Instandsetzung jener sieben Straßenbahnen gekümmert, die seit dem 18. März außer Gefecht gesetzt sind (wir berichteten). Seitdem müssen Pendler auf den Straßenbahnlinien 901 und 903 auf Teilabschnitten in Busse umsteigen, die als Schienenersatzverkehr dienen. Das wird sich bis Ende Mai (Linie 903) bzw. Ende Juni (901) auch nicht ändern.

Auf besagten Straßenbahnlinien werden laut DVG-Sprecher Felix zur Nieden sogenannte N-Wagen eingesetzt. Diese verfügen über zehn Achsen mit jeweils zwei Rädern. „Und jedes dieser 20 Räder an jeder der betroffenen Bahnen muss bearbeitet werden“, erklärt zur Nieden.

Schäden im Zehntelmillimeter-Bereich an den Rädern und den Schienen auf dem Streckenabschnitt zwischen den U-Bahn-Haltestellen Duissern und Meiderich hatten dafür gesorgt, dass die Fahrzeuge Vibrationen ausgesetzt waren. Diese waren dafür verantwortlich, dass Halterungen der Zugsicherung abgerissen wurden, die für automatische Tunnelfahrten der Bahnen zwingende Voraussetzung sind.

Die betroffenen Fahrzeuge werden in einer der Betriebshofhallen nun auf eine Maschine gefahren, die in den Werkstattboden eingelassen ist. Die beiden Räder einer Achse werden dann entlastet und nacheinander abgedreht. „Das funktioniert ähnlich wie bei einer Drehbank, ist aber ein komplexes Verfahren“, so der DVG-Sprecher. Pro Fahrzeug werden mehrere Tage für die Reparatur benötigt.

Zwischen 21 und 25 Bahnen kamen in den vergangenen Wochen auf beiden Linien addiert zum Einsatz – zu wenige, um beide Strecken komplett abzudecken. „Und es kommen zu den beschädigten Exemplaren auch weitere defekte Bahnen hinzu. In den vergangenen Wochen hatten wir allein zwei Unfälle, bei denen auch unsere Fahrzeuge in Mitleidenschaft gezogen wurden“, berichtet zur Nieden.

Viele Fahrgäste verlieren auf ihrer täglichen Pendler-Tour wegen des Umstiegs auf die Ersatzbusse viel Zeit. Verärgerte Klagen über Verspätungen, überfüllte Fahrzeuge und schlecht abgestimmte Taktungen zwischen Bahnen und Ersatzbussen erreichten Zeitungsredaktionen, aber auch die Duisburger Verkehrsgesellschaft selbst. Um sich bei den Kunden für die Unannehmlichkeiten zu entschuldigen, hatten DVG-Kräfte an einigen Haltestellen kleine Aufmerksamkeiten wie Schokolade, Taschen oder Schlüsselanhänger an die Fahrgäste verteilt.

Die ersten der 47 neuen Straßenbahnen, die die DVG in den kommenden Jahren anschaffen will, sollen laut zur Nieden ab 2020 auf die Strecke gehen – zunächst allerdings nur für Testfahrten ohne reguläre Fahrgäsgte. Die neuen Fahrzeuge seien etwas länger und breiter als die jetzigen. Und es passen rund 200 statt bislang 170 Fahrgäste hinein. „Die neuen Bahnen bieten nicht nur besseren Komfort, sondern auch mehr Stellflächen für Rollstühle, Kinderwagen oder Rollatoren“, so zur Nieden.

In den ersten Monaten sollen zwei der neuen Bahnen im Betrieb getestet werden. Dafür werden sie alle Strecken mehrfach abfahren – darunter auch sogenannte Begegnungsfahrten. Was darunter zu verstehen ist, erklärt zur Nieden: „Wir haben auf unseren Strecken zwei Kurven mit einem sehr kleinen Radius. Da müssen wir kontrollieren, was passiert, wenn sich an diesen Stellen die neuen, breiteren Fahrzeugen entgegenkommen.“

Mehr als 130 Millionen Euro investiert die DVG für die neuen Bahnen.

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