Duisburg: Roger Achterrath von der Frank Schwarz Gastro Group setzt auf Tierwohl

Weihnachtsgans & Co. : Achterrath: „Verbraucher legen zu wenig Wert auf das Tierwohl“

Die Frank Schwarz Gastro Group vom Duisburger Großmarkt bietet Gänse aus der Region an, die nachhaltig zum Wohle der Tiere gehalten werden. Den Kochkursen der FSGG lernen die Teilnehmer nicht nur etwas über die Zubereitung, sondern auch zum Thema Tierwohl.

„Wir sind als biozertifizierter Betrieb auch dem Tierwohl verpflichtet“, sagt FSGG-Küchendirektor Roger Achterath. „Daher haben wir uns entschieden, nur das Fleisch von Gänsen aus fairer und nachhaltiger Haltung aus der Region einzukaufen. Wie werden in diesem Jahr wieder Gänse verarbeiten, die aus dem ‚Naturverbund‘ stammen. Unter diesem Label haben sich landwirtschaftliche Betriebe zusammengeschlossen, die gemäß ihrem Markenzeichen ‚Fair. Nachhaltig. Regional.‘ handeln und die Tiere entsprechend halten. So bekommen wir unsere Gänse direkt vom Schlachthof in Wachtendonk, der ebenfalls dem ‚Naturverbund‘ angehört.“

„Die von uns verarbeiteten Naturverbund-Gänse dürfen das ganze Jahr über auf Wiesen leben und Gras zupfen. Zusätzlich werden die Tiere mit artgerechter Nahrung gefüttert. Ebenso wichtig bei der Freilandhaltung ist Wasser. Gänse halten sich gerne an Tränken oder Wasserstellen auf.“ Noch immer lege der Großteil der Verbraucher keinen Wert auf das Tierwohl, so Achterrath: „Die Schnäppchenmentalität hat nach wie vor Konjunktur. Hauptsache billig.“ Die Gründe sieht er vor allem in der deutschen und europäischen Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, die keine Mindestanforderungen zur Gänsehaltung vorschreibe. Es gebe lediglich eine Empfehlung des Europarates zur Haltung von Hausgänsen. Natürlich hat diese Art der Haltung ihren Preis. „Unsere Gänse sind etwa dreimal so teuer wie Tiere aus konventioneller Haltung. Doch am Ende der Kochkurstage haben die meisten Teilnehmer verinnerlicht, dass hochwertiges Fleisch als wichtiger Qualitätsfaktor teurer bezahlt werden muss. Die höheren Preise kommen ausschließlich den Gänsezüchtern zugute, die für ihren Mehraufwand entsprechend entlohnt werden.“ Auch die anderen Fleischsorten, die die FSGG verwendet, stammten von Naturverbund-Betrieben.

(RP)
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