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Duisburg: Ringen um Soziokulturelles Zentrum am Stapeltor 6

Soziokulturelles Zentrum : Stapeltor 6 wartet auf den Startschuss

Das Bündnis lud vor dem Ratsbeschluss für ein neues soziokulturelles Zentrum zu einer Begehung ein.

Als vor 32 Jahren mit dem Zentrum Eschhaus an der Niederstraße der bundesweit bekannte Tempel der alternativen Szene in Duisburg dem Abrissbagger weichen musste, da konnte noch niemand ahnen, dass nur wenige 100 Meter davon entfernt ein neues soziokulturelles Zentrum entstehen könnte. „Stapeltor 6“ lautet der markante Name des Gebäudes der ehemaligen Textil-Großhandlung Decher, in dem eine junge Duisburger Kultur-Szene eine neue Heimat finden könnte. Vorausgesetzt, in der am 1. Juli stattfindenden Ratssitzung findet das Konzept die Zustimmung der Politiker. Wenn denn bis dahin eine aussagekräftige Ratsvorlage zur Abstimmung vorliegt.

So wollten nun die Mitarbeiter des tatkräftigen Bündnisses „DU erhäl(st) Kultur“ das geräumige Haus mit seiner 800 Quadratmeter großen Fläche den Vertretern der politischen Parteien vorstellen, die aber wegen gleichzeitiger Sitzungen im Rathaus wider Erwarten unabkömmlich waren. Wie zu erfahren war, stand die Vorlage für das Stapeltor nicht auf der Tagesordnung. Die politische Unterstützung für das Projekt sei allerdings vorhanden. Immerhin muss die Stadt demnach vom 1. Juli 2019 bis zum 30. Juni 2020 Umbaukosten von rund 180.000 Euro stemmen. Insgesamt ergeben sich Kosten von 390.000 Euro, an denen sich aber auch noch der Eigentümer Christian Otto beteiligt. Langfristig muss das Projekt allerdings von der Stadt finanziert werden (die RP berichtete).

  • Stefan Schröder (von links), Jonas Greschner,
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  • Thomas Krützberg zeigte sich optimistisch: „So
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  • Blick in die weitläufigen Räumlichkeiten am
    Freie Kulturszene : Ringen um soziokulturelles Zentrum

Wie dazu Kulturdezernent Thomas Krützberg betonte, gehe er nicht davon aus, dass bis zum 1. Juli eine beschlussreife Vorlage vorliege. Angesichts der hohen städtischen Verpflichtungen für das Projekt müsse man auf die Zustimmung des Bauordnungsamtes warten. Eine Nachricht, die hier auf der Stapeltor-Baustelle einige fragende Gesichter hinterließ. So zeigte sich jedoch Stefan Schroer, einer der Sprecher des Bündnisses, optimistisch: „Wir hatten konstruktive Gespräche mit den Mitarbeitern des Bauordnungsamtes.“ Demnach seien keine Schwierigkeiten durch die Genehmigungs-Behörde zu erwarten und man könne sich schon jetzt auf viel Kultur, auf Theater und auf spannende Seminare im neuen alten Stapeltor 6 freuen. Sein Kollege Yvo Hauschild, Soundsalat-Aktivist, weiß eines nach den langwierigen Baumaßnahmen im zukünftigen Kulturzentrum aber genau: „Die Entscheidung liegt nicht bei uns.“