Duisburg: Riesenerfolg für Pianistin Doyeon Kim im Folkwang-Konzert

Folkwang-Konzert : Doyeon Kim will mit Brahms an die Weltspitze

Doyeon Kim legte einen begeisternden Auftritt beim „Forum für junge Pianisten“ in der Folkwang-Universität hin.

So gut gefüllt ist der Kleine Konzertsaal am Campus Duisburg der Folkwang-Universität der Künste bei der Reihe der Sparkassenkonzerte „Große Klaviermusik – Forum für junge Pianisten“ sonst nur selten. Zum Abschluss des Sommersemesters hatten einige wohl schon etwas geahnt, denn die 1992 in Südkorea geborene Pianistin Doyeon Kim ist hier durchaus schon bekannt: Nach dem erfolgreichen Masterabschluss in „Professional Performance“ bei Folkwang-Professor Henri Sigfridsson studiert sie in Duisburg seit 2017 noch auf Master „Duo für Pianist*innen“ bei Prof. Evgeny Sinaiski und „Konzertexamen“ bei Sigfridsson. Zu ihren zahlreichen Auszeichnungen zählte 2017 ein Preis beim Duisburger Köhler-Osbahr-Wettbewerb (die RP berichtete).

Ihr Programm jetzt war eine klug gebaute, dreistufige Rakete. Es begann mit jener viersätzigen Klaviersonate Nr. 2 A-Dur op. 2 Nr. 2, die der 25 Jahre junge Ludwig van Beethoven 1795 als eines seiner ersten großen Meisterwerke vorlegte. Als Antithese dazu kamen dann die späten sieben Fantasien op. 116 (1892) von Johannes Brahms. Nach der Pause folgte als schlüssige Synthese jene fünfsätzige und überschwängliche Klaviersonate Nr. 3 f-Moll op. 5, die der sogar erst 20-jährige Brahms 1853/54 gleichfalls als eines seiner ersten Meisterwerke schuf.

Doyeon Kim spielte das alles mit ebenso viel filigraner Einfühlung wie gesteigerter Energie, mit unglaublich reifer Gestaltung sowie jugendlicher Spielfreude. Sie ist längst auf dem Weg in die ganz großen Konzertsäle der Welt. Das Publikum spendete donnernden Applaus. Die Zugabe war natürlich auch von Brahms.