Duisburg: Rheinpegel sinkt unter zwei Meter

Duisburg : Rheinpegel sinkt unter zwei Meter

Die Wassertemperatur im Strom steigt. Das Kraftwerk in Walsum reduziert die Leistung und Erz aus Rotterdam kommt in kleineren Schubverbänden.

(RP) In der Nacht zu Mittwoch hat der Ruhrorter Pegel die Zwei-Meter-Marke unterschritten. Das hat Folgen für die Schifffahrt. Außerdem steigt die Wassertemperatur im Strom. Und das hat Folgen für die Kraftwerksbetreiber.

28 Grad Wassertemperatur gilt als Grenze für die Gewässerökologie. Davon ist der Rhein bei Duisburg nicht mehr allzu weit entfernt. Die nächsten Meßstellen in Düsseldorf beziehungsweise Lobith an der niederländischen Grenze zeigten bereits am Dienstag 26,1 und 26,45 Grad an.

„Derzeit sind die Temperaturen im Rhein in unserem Zuständigkeitsbereich noch nicht so hoch, dass dadurch unmittelbar ein Fischsterben droht“, sagt Dagmar Groß, Sprecherin der Bezirksregierung in Düsseldorf. Kritisch könnten sich hingegen starke Regenereignisse wie Sommergewitter auswirken, die feine Materialien in großer Menge in die Gewässer spülen. Dies hätte eine deutliche Reduzierung des Sauerstoffgehalts zur Folge.

Für Kraftwerke gebe es feste Regelungen für die Wasserentnahme und anschließende Wiedereinleitung in den Fluss. Dabei müssten bestimmté Temperaturen eingehalten werden. Wenn ein Unternehmen sich nicht in der Lage sieht, diese einzuhalten, müsse es eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Groß: „Bisher liegen uns solche Anträge nicht vor.“

Möglicherweise zögen Firmen aber andere Lösungen in Betracht – etwa das Drosseln der Anlagen. Genau das macht die Steag derzeit in Walsum, wo die Stromerzeugung von 200 auf 170 Megawatt gedrosselt wurde. Zwei Kraftwerksblöcke betreibt der Stromerzeuger am Walsumer Rheinufer. Block 10 verfügt über einen Kühlturm, so dass Wasser in geringerem Maße ersetzt werden muss. Aber Block 9 arbeitet mit einem Durchflusskühler, der 50 000 Kubikmeter pro Stunde aus dem Rhein pumpt und dorthin auch wieder abgibt – aber etwas wärmer als zuvor.

Die Binnenschifffer bleiben gelassen und verweisen auf langjährige Erfahrung mit sommerlichen Wasserständen. Auf bestimmten Strecken wird mit reduzierter Ladung gefahren, dafür müssen mehr Schiffe fahren.

Auch die Industrie hat bereits reagiert: Bei Thyssenkrupp fährt man Erz und Kohle aus Rotterdam derzeit in Vierer- statt Sechserverbänden, das heißt, die Schubboote mit nur vier Leichtern müssen öfter fahren und es wurde noch Schiffsraum dazu gemietet.

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