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Duisburg: Rentner wollte Familie in die Luft jagen - lange Haftstrafe

Gericht verhängt lange Haftstrafe : Duisburger Rentner wollte seine Familie in die Luft jagen

Aus Hass, und weil er seine Ruhe haben wollte, plante ein 71-jähriger Duisburger eine Sprengstoffexplosion. Der Mordversuch wurde knapp vereitelt, ins Gefängnis muss der Mann dennoch.

Ein 71-jähriger Rentner aus Wanheim-Angerhausen muss wegen dreifachen versuchten Mordes für elfeinhalb Jahre ins Gefängnis. Das entschied das Landgericht Duisburg am Dienstag. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann im März 2021 das Haus seiner Familie in die Luft sprengen und seine darin schlafende Frau, den gemeinsamen Sohn und seinen Schwager töten wollte Kostenpflichtiger Inhalt (wir berichteten). Hierzu hatte der Rentner in der Küche ein Ventil am Gasherd blockiert. Als die Ehefrau am Morgen die Manipulation bemerkte, stand laut eines Sachverständigen die Explosion kurz bevor.

Der Rentner hatte die Tat bereits bei seiner Festnahme gestanden.  „Ich bedauere die Tat sehr, habe jedoch keinen anderen Ausweg gesehen“, ließ er seinen Verteidiger zum Verhandlungsauftakt verlesen. Vor Gericht erhielten die Anwesenden Einblicke in eine lieblose Ehe ohne Intimität, die 2018 endgültig zerbrach. Da erfuhr die Ehefrau, dass der 71-Jährige den jüngeren Sohn, der von klein auf geistig und motorisch eingeschränkt ist, zu Bordellbesuchen mitgenommen habe. Seitdem war er ein ungebetener Gast im eigenen Haus.

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Als seine Frau endgültig die Scheidung wollte, entschied sich der Rentner zur Tat. Statt auszuziehen und Alimente zahlen zu müssen. „Ich wollte einfach meine Ruhe haben“, hatte er einem Sachverständigen als Grund genannt. Und dass er aus Hass gegenüber seiner Frau und den Sohn gehandelt habe. Dem hatte er nicht verziehen, dass er ihr „Geheimnis“ mit den Bordellbesuchen erzählt hatte.

(mlat)