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Duisburg: "ReNatur" Ausstellung in der cubus-Kunsthalle

Ausstellung in der cubus-Kunsthalle : ReNatur – Unken auf der Abraumhalde

Zehn Künstler, davon fünf aus dem Ruhrgebiet, fünf aus dem Saarland, zeigen in der cubus-Kunsthalle Werke, die sich mit dem Überlebenskampf der Natur auseinandersetzen.

Mal kehrt sie zurück, mal schlägt sie zurück; bisweilen bleibt sie endgültig zerstört. Von der Natur als solcher ist hier die Rede. Längst ist der Überlebenskampf der Natur ein Thema geworden, das von jedermann diskutiert wird. Mal stehen dabei ökonomische, mal umweltpoltische Gesichtspunkt im Vordergrund. Auch die Kunst hat die Natur entdeckt. Der Gegensatz Kunst und Natur ist aufgelöst worden.

All das scheint in der Ausstellung auf, die am Samstag, 31. Juli, 18 Uhr, in der cubus-Kunstalle (Friedrich-Wilhelm-Straße 64, Kantpark) eröffnet wird. „ReNatur – Kunst im Anthropozän“, heißt die Schau, an der zehn Künstler, fünf aus dem Ruhrgebiet, fünf aus dem Saarland, beteiligt sind.

Ruhrgebiet und Saarland sind durch den Steinkohlebergbau verbunden. Mit dem Ende des Steinkohlebergbaus. Im Jahr 2012 wurde das letzte Steinkohlebergwerk im Saarland geschlossen. Die letzte Schicht im Ruhrgebiet wurde 2018 gefahren.

Vor diesem Hintergrund ging der Aufruf an die zehn Künstler aus beiden Regionen, sich mit der Renaturierung von Kohlehalden zu beschäftigen. Großzügig unterstützt wurde das im wörtlichen Sinne „überregionale“ Kunst- und Ausstellungsprojekt von der RAG-Stiftung. Die Ausstellung soll sowohl im Ruhrgebiet als auch im Saarland gezeigt werden. Die cubus-Kunsthalle ist die erste Station. Weitere Ausstellungsorte sind die Künstlerzeche „Unser Fritz“ in Herne und die Halle Bergwerk Reden in Schiffweiler (Saarland).

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Im Laufe der Monate ist eine große Ausstellung entstanden, die das Erdgeschoss und das Obergeschoss der cubus-Kunsthalle füllt. Faszinierend sind der Einfallsreichtum und die höchst unterschiedlichen Ansätze, wie die Künstler ihr Thema behandeln. Gemeinsam ist ihnen dabei die theoretische Basis, dass die Natur auf das, was Menschen geschaffen (oder auch angerichtet) haben, reagiert.

Mit Anthropozän bezeichnen Wissenschaftler seit etwa 20 Jahren unser Zeitalter, bei dem die Umwelt durch die Menschen in einer Weise beeinflusst wird wie nie zuvor. Die zehn Künstler zeigen am Beispiel von Kohle-Abraumhalden, was der wissenschaftliche Begriff konkret bedeuten kann.

Matthias Brock traf bei seinen Streifzügen über Kohlehalden immer wieder auf Kröten und Frösche, die auf dem unwirtlichen Gelände einen Lebensraum finden. Auf seinen Gemälden prangen riesengroße Unken, wobei man natürlich an die sprichwörtlichen Unkenrufe denkt.

Der Künstler und Biologe Hugo Boguslawski spürt dem Wiedererwachen der Natur in filigran gemalten Vegetationsstudien nach. Werner Constroffer zeigt eine Serie von Aquarellen, die von der Bergmannswelt „Übertage“ und „Untertage“ inspiriert sind. Joachim Ickrath, der 80-jährige Senior unter den Künstlern, kombiniert Landschaftsmotive mit strengen grafische Strukturen.

Mythologisch hintergründig sind die ästhetisch höchst anspruchsvollen Arbeiten von Min Clara Kim, die aus Südkorea stammt und mittlerweile in Düsseldorf lebt. André Mailänders Fotostudien sind realistisch und wirken dennoch surreal.

Wunderbar wie seine Kunst-Fotografien mit den Arbeiten des Malers Jörg Mathias Munz in einigen Gemeinschafswerken harmonieren. Lars Reiffers findet seine Motive in gefluteten Flözen. Seine spektakulären Ölgemälde erinnern an die so genannten Ewigkeitsaufgaben im Bergbau.

Elizabeth Weckes schließlich scheint zu zweifeln, ob die Natur es irgendwann schafft, sich im vom Menschen verursachte Disaster zu regenerieren. Ihre riesenhaften Insekten nagen an den Brücken. Das sind bedrohliche Unkenrufe.