Duisburg: Rekordbeteiligung beim Rheinufer-Säubern

RhineCleanUp-Day: 950 Duisburger packen Müll ein

 Beim ersten „RhineCleanUp-Day“ beiligten sich so viele Duisburger, wie kaum in einer anderen der 59 Teilnehmerstädte. Nur in Düsseldorf gab es einige Aktive mehr.

Fahrräder, ein Stoffpinguin, Grills, Hosen und viel Plastik. All das haben die Teilnehmer des ersten RhineCleanUp-Day allein am Mündelheimer Rheinufer rund um die Rheinbrücke gefunden. Der RhineCleanUp-Day ist eine Aktion, die im Rahmen des weltweiten WorldCleanUp-Day stattfand.

Am vergangenen Samstag waren weltweit Menschen dazu aufgerufen, ihre Stadt oder ihren Wohnort von Müll zu befreien. Entlang des gesamten Rheins wurde in diesem Sinne dazu aufgerufen, die Rheinufer von Müll zu säubern. Insgesamt mehr als 10.000 Menschen sollen laut den Organisatoren in 59 Städten und Kommunen in allen fünf Ländern entlang des Rheins teilgenommen haben. Besonders erfreulich, Duisburg konnte von allen Städten mit gut 950 Teilnehmern die zweitmeisten Menschen erreichen und zum Mitmachen motivieren. Nur Düsseldorf konnte dies mit knapp über 1000 Teilnehmern übertrumpfen. Neben Mündelheim sind auch in Neuenkamp, Beekerwerth, Beek, Rheinhausen und Friemersheim offizielle Startpunkte des CleanUpDay zu finden gewesen. In Neuenkamp soll mit mehreren Hundert Menschen der größte Andrang gewesen sein.

In Mündelheim haben sich an diesem Samstag gegen 10 Uhr rund 40 Duisburger am verabredeten Startpunkt neben der Rheinbrücke getroffen. Nach einer halben Stunde sind die ersten Müllsäcke schon prall gefüllt. „Bisher finden wir vor allem Überreste von Grillern“, sagt Dieter Wiegershausen aus Großenbaum. „Viele Leute lassen ihren Müll nach dem Grillen einfach liegen. Manchmal scheinen sie den Müll zumindest in Säcken zu sammeln, aber die werden vom Wind oder von Tieren schnell zerrissen.“ Wie zur Bestätigung findet er eine Hand voll Plastikfetzen. „Dass so etwas schnell ins Wasser geweht wird, kann man sich vorstellen.“

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Das Bild ist erschreckend, sobald der Blick länger auf den Büschen und hohen Gräsern entlang des Deiches ruht. Das im Vorübergehen so grüne Idyll, ist bei genauerer Betrachtung übersäht von Plastikresten, Chipstüten, Scherben und kleinen Plastikteilchen. Besonders die von Wind und Wetter immer weiter zerkleinerten Plastikstückchen sind ein Problem. Sobald sie in einen Fluss geraten und ins mehr geschwemmt werden können sie leicht von Fischen für Futter gehalten werden, oder mischen sich unter die unzähligen Sandkörner an den Stränden.

Laut den Organisatoren des WorldCleanUp-Day wird tagtäglich so viel Kunststoff in die Meere gespült, dass man mit ihm einen ganzen Müllwagen füllen könnte. Wie wichtig Umweltschutz sein kann ist auch schon bei den kleinsten angekommen. Der neunjährige Gabriel ist zusammen mit seinem Vater und seinem Freund Lukas zum Müllsammeln gekommen. „Mir ist ,dass die Umwelt geschützt wird, sonst werden so viele Tiere gefährdet.“ Auch in seiner Freizeit setzt sich der Viertklässler aus Buchholz für die Umwelt ein, denn er ist seit drei Jahren Mitglied im World Wide Fund for Nature (WWF).

Auch Jan ist heute mit einem angehenden Umweltschützer unterwegs. Der junge Mann aus Großenbaum ist an diesem Samstagmorgen mit seiner Frau, seiner Schwägerin und seinem kleinen Neffen an den Rhein gekommen, um etwas gegen die Verschmutzung zu tun. „Die Griller scheinen am meisten Müll zu verteilen, allerdings haben wir auch schon eine Unterhose, eine Hose und ein T-Shirt gefunden“, sagt Jan. Seit er seinem Neffen davon erzählt hat, dass das Meer durch die Klimaerwärmung ansteigen könnte, interessiert er sich sehr für den Umweltschutz.