1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Duisburg: Razzia auch in Marxloh bei landesweiter Polizeiaktion

Landesweite Polizeiaktion : „Wir haben da langen Atem und lassen nicht locker“

Elf Durchsuchungen in Lokalen, Shisha-Bars und Wettbüros nahm die Polizei am Samstagabend in Duisburg vor. Auch NRW-Innenminister Herbert Reul war vor Ort dabei. Neun illegal aufgestellte Glücksspielautomaten und unversteuerter Shisa-Tabak wurden beschlagnahmt. Zudem gab es 304 Ordnungswidrigkeitenanzeigen und Hinweise auf den Doppelbezug von Kindergeld.

Es war ein konzertierter Einsatz: Neben einem Großaufgebot der Polizei waren auch der Zoll, die Steuerfahndung Essen, die Duisburger Staatsanwaltschaft, die Vollstreckungsstelle, der Sonder-und Außendienst (SAD) der Stadt, die Familienkasse sowie Vertreter des Gewerbeamtes im gesamten Stadtgebiet am Samstag im Einsatz.

Die Maßnahmen in Duisburg waren Teil landesweiter Aktionen gegen Clan-Kriminalität, die in insgesamt zwölf Polizeibehörden in NRW unter der Leitung des Polizeipräsidiums Essen durchgeführt wurden. Und auch NRW-Innenminister Herbert Reul machte sich in Marxloh selbst ein Bild von den Maßnahmen, nachdem er zuvor auch bei ähnlichen Aktionen in Bochum und Essen dabei war.

Ein Schwerpunkt lag im Duisburger Stadtgebiet nach Polizeiangaben auf illegal aufgestellten Glücksspielautomaten, bei denen das Bargeld an den Finanzbehörden vorbei in die eigene Tasche gewirtschaftet wird. Insgesamt elf Durchsuchungen von Lokalen, Shisha-Bars und Wettbüros wie beispielsweise in Marxloh an der Weseler Straße/ Ecke Marienstraße fanden statt.

 Ein beschlagnahmter Geldautomat wird sichergestellt.
Ein beschlagnahmter Geldautomat wird sichergestellt. Foto: Christoph Reichwein (crei)
  • Nach Raubüberfall auf Juwelier : Fünf Festnahmen nach Durchsuchungen im Duisburger Clan-Milieu
  • Die illegal betriebenen Geldspielgeräte wurden von
    Verbotene Spielautomaten entdeckt : Razzia in Marxloh beim „Clan-Marathon“ in vielen Ruhrgebietsstädten
  • Bei einer Razzia in Duisburg sichern
    Erster „Clan-Marathon“ in NRW : Landesweite Razzia gegen organisierte Kriminalität - zahlreiche Festnahmen

Dabei stellten die Einsatzkräfte neun illegal aufgestellte Spielautomaten sowie unversteuerten Shisha-Tabak sicher. Zudem schloss die Stadt Duisburg zwei Betriebe. Daneben gab es auch Anzeigen wegen beispielsweise Verstößen gegen die Gaststättenverordnung.

Aber auch das Sammeln von weiteren Informationen zum Thema Clan-Kriminalität und die Raser-, Tuning- und Poserszene hätten vom Nachmittag bis in die Nacht für die Polizei und die anderen Beteiligten auf dem Programm gestanden, so die Polizei.

 Auch in dieser Spielhalle an der Marienstraße in Marxloh waren die Beamten im Einsatz und kontrollierten die Geräte.
Auch in dieser Spielhalle an der Marienstraße in Marxloh waren die Beamten im Einsatz und kontrollierten die Geräte. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Die Beamten richteten im Duisburger Norden und im Süden große Kontrollstellen ein. Insgesamt überprüften sie dabei knapp 600 Fahrzeuge, deren Fahrer sowie die übrigen Insassen. In 19 Fällen schrieben die Einsatzkräfte Anzeigen, weil die Fahrer unter anderem ohne Fahrerlaubnis unterwegs waren, unter Drogen standen oder die Kraftfahrzeugsteuer nicht bezahlt wurde.

304 Verkehrsteilnehmer werden in den nächsten Tagen Ordnungswidrigkeitenanzeigen per Post erhalten, 154 kamen mit Verwarnungsgeldern davon. Die Palette reichte von Geschwindigkeitsüberschreitungen über Handyverstöße bis zur Missachtung der Gurtpflicht.

Ein 43 Jahre alter Autofahrer ergriff die Flucht, als er von einer Zivilstreife angehalten werden sollte. Er fuhr von der Heerstraße über die Autobahn bis Wedau. An einem Waldstück stellte er seinen Wagen ab und lief davon, bis die Polizei ihn stoppte. Seine Motive für die Flucht: Keine gültige Fahrerlaubnis, Versicherung nicht bezahlt und unter Drogeneinfluss gefahren.

Bei der Kontrolle eines 17-Jährigen stellte sich heraus, dass er noch einen Untersuchungshaftbefehl offen hat. Die Polizisten brachten den Jugendlichen ins Polizeigewahrsam.

Sehr interessant, so die Polizei, seien auch Erkenntnisse aus Verkehrskontrollen zu Clan-Strukturen und Scheinhalterschaften. Dabei gehe es darum, dass kriminelle Banden Autos zulassen, mit denen im Anschluss anonym Straftaten begangen werden. Die Täter nutzten diese Autos auch für Überfälle oder Einbrüche als Transport- und Fluchtmittel.

Zugelassen seien die Wagen oft mit gefälschten Papieren oder auf Menschen, die man im Nachgang schlecht auffinden könne, da sie sich ins Ausland abgesetzt hätten. Steuern und Versicherung würden auch nicht bezahlt.

Auch die anderen beteiligten Behörden konnten bei den Überprüfungen im Straßenverkehr Maßnahmen ergreifen. So stellte die Vollstreckungsstelle mehrere tausend Euro und ein Auto sicher. Die Familienkasse habe Hinweise auf unberechtigte Bezüge oder Doppelbezüge von Kindergeld erhalten. Der für den Einsatz verantwortliche Polizeidirektor Christian Draeger ist sich sicher: „Schritt für Schritt zerbrechen wir das Fundament der Clans. Wir haben da einen langen Atem und lassen nicht locker.“

(mtm)