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Duisburg-Rahm: Pläne für Rahmerbuschfeld werden am Donnerstag vorgestellt

Pläne zum Rahmerbuschfeld werden vorgestellt : Rahm will Antworten auf dringende Fragen

Am Donnerstag werden die Pläne für das Baugebiet Rahmerbuschfeld den Anwohnern präsentiert. Ein großer Andrang wird erwartet.

Am Donnerstag wird sich der Pfarrsaal von St. Hubertus in Rahm sicher rasch füllen, denn dann soll ab 17 Uhr die Planung für den Bebauungsplan Rahmerbuschfeld den Bürgern vorgestellt werden. Seit dem 2. Mai können die Unterlagen in der Bezirksverwaltung Süd an der Sittardsberger Allee 14 eingesehen werden (montags, mittwochs und donnerstags von 8 bis 16 Uhr, dienstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 14 Uhr).

Was treibt die Bürgerschaft in Rahm um? Der Protest, der sich in mehr als 2500 Unterschriften von Anwohnern schon vor Monaten manifestiert hat, fußt auf zwei Säulen. Zum einen handelt es sich bei dem geplanten Erschließungsgebiet um ein Landschaftsschutz- und Erholungsgebiet, das laut Regionalplan Ruhr als Freiraum -und Agrarbereich erhalten bleiben soll. 65 Wohneinheiten sind hier vorgesehen, ein Supermarkt soll die Bebauung abrunden und für die fußläufige und zentrale Versorgung vor Ort sorgen.

Zweitens – und das ist fast in Vergessenheit geraten – liegt das Baugebiet direkt an der CO-Pipeline, die vor zehn Jahren von der Bayer-Tochter Material Science, die inzwischen Covestro heißt und ausgegliedert wurde, als Versorgungsleitung für Kohlenmonoxid zwischen Dormagen und Uerdingen gelegt wurde. Dass die Leitung jederzeit in Betrieb gehen kann, da das Verfahren beim Oberverwaltungsgericht Münster noch anhängig ist, scheint den Planern, den Politikern und der Verwaltung schlichtweg egal zu sein. Dabei muss das Gericht entscheiden, ob die Pipeline dem Allgemeinwohl dient – oder einfach nur gefährlich ist.

Vier Jahre ist es her, dass die Stadt Duisburg eine „Stadtentwicklungsstrategie Duisburg 2027“ beschlossen hat. Im Rahmen dieses Konzepts sind für Rahm drei Gebiete für eine Wohnbebauung vorgesehen worden, und zwar nördlich der A 524 zwischen Donaustraße und Fichtenstraße, am Grünen Weg zwischen Rahmer Bach und Rosen Ruland und südlich der A 524 auf einem Teil des Rahmerbuschfeldes. Dabei hat der Regionalplan Ruhr als viertes Gebiet für eine Wohnbebauung das Gelände südlich Rahm-West empfohlen. Das scheint nun vom Tisch, stattdessen wird die Bebauung mitten in der naturbelassenen Landschaft vorangetrieben. Und warum setzt sich die Stadt über den Bescheid des Beirates der Unteren Naturschutzbehörde hinweg, die auch eine Bebauung des Rahmerbuschfeldes ablehnt? Und warum wird die Idee, das Gelände in Rahm-West zu bebauen, abgelehnt? Die Begründung, dass hier die CO-Pipeline verlaufe, klingt abstrus. Denn diese Pipeline verlauft auch über die gesamte Längsseite direkt angrenzend an das Baugebiet Am Rahmerbuschfeld.

Auch die Lage des geplanten neuen Vollsortimenters sorgt für Diskussionen. Er soll die ortsnahe Versorgung der Bürger sicherstellen, heißt es. Im Zentrum von Rahm gibt es einen gut frequentierten Supermarkt, der in fußläufiger Nähe ist und nicht am Ortsrand. Dass ein solcher Markt auf Dauer keine Existenzberechtigung hat, weil er mit knapp 800 Quadratmetern zu klein ist, sehen die meisten Rahmer wohl anders.

Wie die Infrastruktur nach der Bebauung am Rahmerbuschfeld aussehen soll, haben die Planer das bedacht? Mit einer Zufahrt zum Supermarkt in der Kurve? Wird das ein neuer Unfallschwerpunkt? Und wie sollen die drei Kitas und die kleine Grundschule die neuen Kinder aufnehmen, die in das Baugebiet ziehen? Fragen über Fragen. Die Veranstaltung am 9. Mai dürfte spannend werden.