Duisburg: Prozess um Griff an den Po endet ohne Urteil

Besichtigung des Tatorts half nicht weiter : Prozess um Griff an den Po endet ohne Urteil

Der 33-Jährige Angeklagte muss 600 Euro Geldbuße zahlen, entschied das Gericht. Bereits im August hatte sich das Landgericht drei Tage mit dem Vorfall befasst.

Zuweilen beschäftigen Strafverfahren beim Gang durch die Instanzen die Justiz geradezu unverschämt lang. Das trifft auch auf den Prozess gegen einen 33-jährigen Duisburger zu, der sich wegen sexueller Belästigung vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz verantworten musste. Laut Anklage hatte er am 18. November 2016 in einer Gaststätte in der Innenstadt einem weiblichen Gast an den Po gefasst und soll sich auch noch mit der von der 49-Jährigen herbei gerufenen Polizei angelegt haben. Das Amtsgericht hatte ihn dafür im November 2017 zu einer Geldstrafe von 800 Euro (80 Tagessätze zu je zehn Euro) verurteilt. Der Angeklagte zog gegen die Strafe, die in einem normalen polizeilichen Führungszeugnis niemals aufgetaucht wäre, in die Berufung. Bereits im August hatte das Landgericht drei Tage verhandelt. Der Angeklagte beteuerte seine Unschuld. Er habe die Frau in der Kneipe nicht angefasst, höchstens in dem engen Durchgang versehentlich berührt. Doch selbst die Inaugenscheinnahme des Tatortes durch einen Polizisten brachte das Gericht bei der Klärung nicht weiter.

Apropos Polizei: Der Angeklagte bestritt nicht, sich gegen Beamte gesperrt zu haben. „Aber zugeschlagen habe ich nicht.“ Ganz im Gegenteil sei doch er am nächsten Morgen mit einem verbeulten Gesicht im Polizeigewahrsam aufgewacht.

Der zweite Anlauf ging überraschend schnell zu Ende. Bereits am ersten Verhandlungstag kamen die Verfahrensbeteiligten überein, den Fall ohne Urteil aus der Welt zu schaffen.

Der Vorwurf wurde gegen Zahlung einer Geldbuße von 600 Euro fallen gelassen.

(bm)