Mercator-Matinéen in Duisburg Einblicke in eine Umbruch-Zeit

Duisburg · Am 3. März beginnt die neue Reihe der Mercator-Matinéen. Erneut steht eine ganze Reihe prominenter Referenten auf dem Programm. Schon das Motto „Von Freiheit, Lust und Fegefeuer“ klingt vielsprechend. Die Details.

Wilfried Schaus-Sahm organisiert die Mercator-Matinéen.

Wilfried Schaus-Sahm organisiert die Mercator-Matinéen.

Foto: Norbert Prümen (nop)

Längst sind die vom Traumzeit-Erfinder und Autor Wilfried Schaus-Sahm konzipierten Mercator-Matinéen ein fester Bestandteil im kulturellen Leben der Stadt geworden. Die Veranstaltungsreihe mit jährlich wechselnden Themenschwerpunkten bietet nicht nur populärwissenschaftliche Vorträge renommierter Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Forschung, sondern auch Formate wie Konzerte, Lesungen oder Diskussionen. In diesem Jahr stellt Schaus-Sahm die Reihe unter das vielsagende Motto „Von Freiheit, Lust und Fegefeuer“. An Beispielen soll gezeigt werden, wie die sich wandelnde Geisteswelt der Mercator-Zeit in Kunst, Literatur und Musik ihren Widerhall fand und welche prägende Wirkung dieser Prozess für die westliche Kultur bis in unsere Tage hat.

Den Auftakt bildet am 3. März eine Lesung in deutscher Sprache mit dem Schauspieler Dirk Schäfer, begleitet durch Erläuterungen von Wolfgang Schwarzer, unter dem Titel: „François Rabelais und „Gargantua“ – oder „Wie die Renaissance nach Frankreich kam“.

François Rabelais (1494-1553) artikulierte mit seinem Romanzyklus „Gargantua und Pantagruel“ als Erster das Lebensgefühl der Renaissance. Er schuf sprachgewaltig und mit scharfer Satire einen neuen Blick auf seine Epoche. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Deutsch-Französischen Gesellschaft Duisburg statt.

Am 7. April geht es mit einem Vortrag von Kia Vahland über „Leonardo da Vinci und die Frauen“ weiter. Leonardo da Vinci malte Frauen, wie die Welt sie noch nicht kannte: er erfand gemeinsam mit seinen Modellen die moderne Frau als ebenbürtiges Gegenüber des Mannes.

Am 5. Mai zeigt Prof. Henry Keazor, wie es „Raffaels Schule von Athen“, eines der berühmtesten Werke der Kunstgeschichte, zu einer ungewöhnlichen Popularität geschafft hat. Das Fresko aus dem Jahr 1511 wurde sogar parodiert...

Am 2. Juni stellt der Autor und Übersetzer Tobias Roth gemeinsam mit dem Schauspieler Frederic Böhle sein großformatiges Buch „Welt der Renaissance“ vor, ein Panorama der italienischen Literatur vom 14. bis ins 16. Jahrhundert. Im Vorfeld der Matinée findet dazu um 10 Uhr ein thematischer Gottesdienst mit Pfarrer Martin Winterberg in der Salvatorkirche statt.

Am 25. August erwartet die Besucher unter dem Titel „Madrigal oder das Concerto delle donne“ Musik der Renaissance mit Wolfgang Kostujac (Cembalo) und Laura Kriese (Gesang). Prof. Gudrun Heyens liest aus ihrem Roman „Madrigal“. Der Vormittag erinnert an Laura Peverara, Anna Guarini und Livia d`Arco, die als das Concerto delle donne mit ihrem kunstvollen Madrigal-Gesang europaweit bekannt waren.
Am 29. September stellt Dr. Christof Metzger, Kurator der Albertina Wien, die größten Exponenten der deutschen Porträtmalerei in der Renaissance, Albrecht Dürer, Lucas Cranach d. Ä. und Hans Holbein d. J. vor. Beleuchtet wird dabei der neue Blick auf den Menschen beim Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit.

Prof. Damian Dombrowski lenkt den Blick am 27. Oktober auf Botticellis Illustrationen zu Dantes „Göttlicher Komödie“. Der Maler hat einen veritablen Bildkommentar zu diesem wichtigsten Werk der italienischen Dichtung geschaffen.

Am 24. November fragt Hanno Rauterberg, stellvertretender Leiter des Feuilletons der Zeit, „Was darf Kunst? Wie frei ist die Kunst?“ Es geht dabei um die Zeitspanne von der Renaissance bis zur Gegenwart.

Zum Abschluss liest am 15. Dezember der Schauspieler Mathias Leja Geschichten aus Giovanni Bocaccios „Dekameron“. Die Sammlung von 100 Novellen gilt als stilbildendes Werk der Renaissance, das zum Vorbild fast aller weiteren abendländischen Novellensammlungen wurde. Während Corona las Mathias Leja  ausgewählte Geschichten aus dem Dekameron und stellte sie bei YouTube ein. Das Publikum der Mercator-Matinéen hat nun das Vergnügen, Mathias Leja live zu erleben.

Die Matinéen beginnen jeweils um 11.15 Uhr im Kultur- und Stadthistorischen Museum. Karten unter ksm@stadt-duisburg.de oder 0203 2832640.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort