Duisburg: Profile-Konzert mit Elisabeth Seitz

Konzert mit Elisabeth Seitz und den Philharmonikern : Feine Profile mit Hackbrett & Co.

Hackbrettspielerin Elisabeth Seitz trat mit Mitgliedern der Duisburger Philharmonikern im Profile-Konzert auf.

In einem Kammerkonzert vor gut zwei Jahren mit dem Countertenor Valer Sabadus und dem Ensemble nuovo aspetto war die Hackbrettspielerin Elisabeth Seitz erstmals in Duisburg  zu erleben (die RP berichtete). Schon damals wirkten auch Mitglieder der Duisburger Philharmoniker mit und so entstand der Wunsch, ein weiteres Konzert mit Elisabeth Seitz und dem mit Schlegeln gespielten Saiteninstrument zu veranstalten. Am gestrigen Sonntagvormittag war es im jüngsten, fünften Profile-Kammerkonzert des Orchesters im gut gefüllten Opernfoyer im Theater so weit.

Auf dem Programm standen insgesamt elf Werke von neun Komponisten des 16. bis 18. Jahrhunderts, die einen Bogen von Italien über England nach Deutschland schlugen. Je weiter man in der Musikgeschichte zurückgeht, umso mehr Freiheit hat man bei der Besetzung – alle Programmpunkte waren so oder so reizvoll adaptiert. Den roten Faden des Profile-Konzerts bildeten drei längere und relativ bekannte Kompositionen: das Konzert für zwei Mandolinen und Streicher G-Dur RV 532 von Antonio Vivaldi, wobei die beiden Solopartien von Hackbrett und Cembalo übernommen wurden, das Quintett für Flöte, zwei Violinen, Viola und Basso continuo D-Dur op. 11 Nr. 2 von Johann Christian Bach (da hatte der Komponist die genaue Besetzung der beiden obersten Stimmen freigestellt) sowie das Konzert für drei Violinen, Streicher und Basso continuo F-Dur TWV 53:F1 von Georg Philipp Telemann, hier hörte das Publikum in den beiden ersten Solostimmen die Flöte und das Hackbrett.

Dazwischen kamen kürzere und besonders kurzweilige Stücke für verschiedene Besetzungen, zum Beispiel die übermütige Sinfonia quarta „Geloso“ („Eifersüchtig“) von Bartolomeo Montalbano (um 1600-1651), der in Palermo und Bologna wirkte, hier schillernd mit Hackbrett und  Cembalo.

Elisabeth Seitz (Hackbrett), Stephan Dreizehnter (Traversflöte), Anke Becker und Teodora Erakovic (Barockvioline), Mathias Feger (Barockviola), Anja Schröder (Barockvioloncello), Francesco Savignano (Violone, also barocker Kontrabass) und Torben Klaes (Cembalo) zeigten im Profile-Konzert sehr viel Freude an feinen Klängen sowie an profilierter Artikulation und Phrasierung. Elisabeth Seitz und ihr Hackbrett zogen die anderen Instrumente spielfreudig mit, so wurde es ein besonders erfreulicher Vormittag.

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