Duisburg: Probe für das neue Räumungskonzept im Stadtfenster

Übung in der Innenstadt : Neues Räumungskonzept erprobt

Im Stadtfenster wurde der Feueralarm ausgelöst, das Gebäude wurde evakuiert.

Mitarbeiter von Stadtbibliothek und Volkshochschule haben am Mittwoch den Ernstfall geprobt und das gesamte Stadtfenster evakuiert. Gegen 12 Uhr löste der Feueralarm aus, woraufhin die Brandschutzhelfer beider Einrichtungen die Besucher nach draußen geleiteten. Sie versammelten sich auf dem Parkplatz hinter dem Gebäude an der Steinschen Gasse, bis sie nach wenigen Minuten in die Räume zurückkehren durften. Die Aktion wurde von Mitarbeitern der Stadt überwacht und im Anschluss genau analysiert. Dennis Schauenberg, Brandschutzbeauftragter im städtischen Institut für Arbeitssicherheit und Arbeitsmedizin, zeigte sich mit dem Ablauf zufrieden: „Es gibt immer Luft nach oben, aber gerade für ein so großes Gebäude haben das die Helfer sehr gut gemacht.“ Auch die zwölf Minuten Räumungszeit seien ein guter Wert, so Schauenberg. Die Zahl der evakuierten Besucher schätzte er auf 200 bis 300. Die Stellen der Brandschutzbeauftragten hat die Stadt im März 2018 eingerichtet. Seitdem gehen der frühere Feuerwehrmann Schauenberg und sein Kollege Günter Fugmann in städtische Gebäude, entwerfen Räumungskonzepte, schulen Mitarbeiter und führen Räumungsübungen durch: „Wir waren bislang insbesondere in vielen Kitas, in diesem Jahr kommen die größeren Einrichtungen dran.“ Die Übung im Stadtfenster sei dazu der Auftakt gewesen.

In deutschen Betrieben ist es vorgeschrieben, mindestens fünf Prozent der Mitarbeiter für den Brandfall auszubilden. In Gebäuden wie dem Stadtfenster mit täglich hohem Menschenandrang sei aber ein deutlich höherer Anteil sinnvoll, so Schauenberg. Dementsprechend hat er in Stadtbibliothek und Volkshochschule zusammen rund 60 Mitarbeiter geschult. Entsprechend hoch ist der Koordinierungsbedarf, weshalb eine Übung wie am Mittwoch in Zukunft jährlich wiederholt werden soll. Leichten Verbesserungsbedarf sah Schauenberg in der Positionierung der Helfer. Außerdem sei eine größere Anzahl an Warnwesten für die zuständigen Mitarbeiter wünschenswert. Letztlich sei eine solche Übung aber für derartige Erkenntnisse vorgesehen. Die Brandschutzhelfer waren über den geplanten Feueralarm im Vorfeld nicht informiert worden.

(C.S.)
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