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Duisburg: Portrait über den Musiker Jupp Götz

RP-Serie Duisburger Musiker : „Ich bin Musikant und kein Musiker“

Kein Künstler steht so für die Duisburger Szene wie Jupp Götz. Seine Affinität zur Musik kommt aus seiner Familie.

„My next guest needs no introduction“, „meinen nächsten Gast muss ich nicht vorstellen“, pflegte US-Talkshowlegende David Letterman zu sagen, wenn er seine Gäste auf die Bühne bat. Dieser Satz passt wohl zu keinem Duisburger Musiker so gut wie zu Josef „Jupp“ Götz. Musikfans kennen ihn als Solosänger mit seiner Gitarre, als Teil der Band „Trionova“ oder von unzähligen anderen Musikprojekten von früher oder heute. Im Jahr 1965 wurde Götz geboren, als jüngstes von fünf Geschwisterkindern – in eine Musikerfamilie wohlgemerkt. Vater und Namensgeber Josef Götz musste gerade spielen, als sein fünftes Kind das Licht der Welt erblickte. Da gab es erst einmal eine Lokalrunde.

Anders als seine drei Brüder hatte Götz, Künstlername „Jupp“, nie nur ein Instrument, das er beherrschen wollte. Dafür durften Herbert (Klavier), Michael (Saxophon) und Ludwig (Posaune) ihrem kleinen Bruder alle einmal Unterricht geben. „Aber ich habe immer nach drei, vier Wochen aufgehört“, erinnert sich Jupp Götz grinsend. „Ich konnte mich schlecht hinsetzen und lernen, ich wollte immer selber bestimmen was ich mache.“

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Als der Vater schon aufgegeben hatte, bekam Götz im Alter von zwölf Jahren eine Gitarre von Bruder Michael. „Das war mein Instrument“, erklärt Götz, „aber ich weiß bis heute nicht, wie die meisten Griffe heißen.“ Davon ist aber nichts zu hören, wenn er Gitarre spielt, und er weiß auch warum. „Ich bin mit Musik aufgewachsen, jeden Tag.“ Vater Sepp und Mutter Liesel kommen aus Bayern, also gab es auch in Duisburg bayerische Musik bis zum Abwinken. Bloß, abgewunken wurde im Hause Götz nie. „Wenn ich nach Hause gekommen bin, haben da vier Leute geübt, ich konnte nicht nicht Musik hören“, so Jupp Götz.

Die bayerische Volksmusik, unkompliziert aber schön, trainierte außerdem das Ohr von Götz, auf das er sich heute noch verlassen kann. „Ich bin Musikant, kein Musiker, mir geht es darum, Spaß zu haben und Musik zu fühlen.“ Das kann er wie kein Zweiter, zweifellos, egal ob als Kind mit der kleinen Trommel auf der Bühne mit der Familie, in seiner ersten Band, „Jump Street“ von Bruder Ludwig oder, ab 1992, mit der legendären „Acoustic Cover Band“. Über viele Kontakte und Bekanntschaften führte das sogar dazu, dass die Band in Tunis als Vorband von Michael Jackson spielte – vor 65.000 Menschen. Auftritte vor Tina Turner und Joe Cocker kamen dazu, und als sich die Band 2004 auflöste, hatte Jupp Götz mit Bandmitglied Jörg Hahn schon die „Menschenfischer“ gegründet, die der Musikbranche mit ihrem Sound schon Ende der 90er jahrzehnteweit voraus waren.

Heute ist Götz vor allem mit Trionova zu hören, seit 2005 zum Beispiel an jedem zweiten und vierten Sonntag im Monat im Café Steinbruch. Auch die Trionale mit dem Essener Trio „Small is beautiful“ geht schon in die 32. Runde, noch dazu steht Götz immer wieder alleine auf der Bühne, zum Beispiel mit seinen Versionen bekannter Volkslieder und Liedermacher-Songs.