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Duisburg: Polizei startet Kampagne gegen Unfallfluchten

Unfälle : Kampagne gegen Unfallfluchten

3800 Unfallfluchten jährlich: Die Polizei will mit dem Projekt „Unfallflucht ist unfair“ das Unrechtsbewusstsein der Verkehrsteilnehmer schärfen.

Es ist so schnell passiert: mit dem Einkaufswagen gegen den parkenden Wagen gerollt, in einer engen Straße einen Außenspiegel touchiert. Und dann nichts wie weg. Falsch! „Unfallflucht ist unfair“ – so lautet der Titel der landesweiten Polizeiaktion, mit der man auf das Problem aufmerksam machen will.

Rund 3800 Unfallfluchten, also etwa zehn Fälle pro Tag, bearbeiten die Beamten der beiden Verkehrskommissariate der Duisburger Polizei im Jahr. Aufgeklärt werden davon allerdings lediglich knapp die Hälfte aller Fälle.

Die Kampagne soll das Unrechtsbewusstsein der Verkehrsteilnehmer schärfen und die Aufmerksamkeit auf diese Delikte legen. Vor allem Zeugen sollen stärker sensibilisiert werden. „Denn viele Fälle werden nur aufgrund von Zeugenaussagen aufgeklärt“, betont Polizeipräsidentin Elke Bartels.

Häufig passieren die Unfälle auf Parkplätzen: Deswegen wird es ab sofort in Supermärkten und großen Einkaufszentren wie Aldi, Real und Ikea spezielle Plakate und Flyer geben. Sie sollen es den Bürgern leichter machen, Unfallfluchten direkt zu melden. „Gerade in der Anonymität großer Parkplätze sind Viele schnell in der Versuchung, einfach wegzufahren“, sagt Bartels.

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Wer einen solchen Unfall sieht, hat mit den ausliegenden Zetteln, die Möglichkeit, sich als Zeuge einzusetzen. Der Aufwand ist dabei gering: „Man muss nur das Kennzeichen des Flüchtigen notieren, den Zettel an der Kasse abgeben, man braucht nicht zu warten, bis die Polizei da ist“, sagt Bartels.

In der kommenden Zeit will die Duisburger Polizei das Projekt ausweiten. In Zukunft soll es auch auf anderen großen Parkplätzen in der Stadt und in den jeweiligen Geschäften entsprechende Zeugenzettel im Kassenbereich geben. Passiert der Unfall auf der Straße, wo man nicht auf solche Hilfsmittel zurückgreifen kann, sei es immer richtig, die Polizei zu informieren – natürlich nicht nur als Zeuge.

„Wer gegen einen anderen Wagen fährt und dann nicht die Polizei ruft, macht sich strafbar“, erklärt Polizeioberrat Ulrich Wloch, Leiter der Direktion Verkehr. „Wird man dann erwischt, muss man mit Strafen rechnen, die von Geldstrafen und Punkten in Flensburg bis hin zum Entzug der Fahrerlaubnis reichen können.“

Die Polizei empfiehlt, zunächst an dem beschädigten Auto zu bleiben, um zu warten, ob der Halter kommt. Ist dies nicht der Fall, müsse die 110 gewählt werden. Die Polizei könne den Unfall dann aufnehmen. „Was vielen vielleicht gar nicht klar ist: Es reicht auch nicht, einen Zettel an den Scheibenwischer des Geschädigten zu machen, worauf man seinen Namen und Kontaktdaten hinterlegt“, erklärt Polizeipräsidentin Elke Bartels.

Schließlich könne nicht mit Sicherheit gewährleistet werden, dass der Geschädigte diesen auch tatsächlich erhält, der Zettel könnte beispielsweise durch aufkommenden Wind fortgeweht werden.

Die Polizei sieht mit der Kampagne eine große Chance, der Unfallflucht entgegenzuwirken. Andere Möglichkeiten bestünden kaum, wie Polizeipräsidentin Elke Bartels erklärt.

„Das Problem der häufigen Unfallflucht gibt es schon sehr lange – nicht nur in Duisburg. Die Zahlen zeigen leider, dass sich da nur wenig verändert“, sagt sie.