Duisburg: Polizei plant neues Trainingszentrum für Terror- und Amoklagen

Duisburger Polizei : Polizei baut neues Trainingszentrum

Das Duisburger Polizeipräsidium plant den Bau einer neuen Trainingseinrichtung für besondere Einsatzlagen in Düsseldorf-Heerdt. Die Behörde kooperiert bei der Ausbildung seit Jahren mit der Landeshauptstadt.

Die Duisburger Polizei hat die Lieferung und den Aufbau einer sogenannten „urbanen Trainingsstätte“ in Düsseldorf Heerdt ausgeschrieben. In einer Lagerhalle in dem industriell geprägten Düsseldorfer Stadtteil soll demnach auf 1800 Quadratmetern ein modernes Trainingszentrum entstehen.

„Wir kooperieren bei der Aus- und Fortbildung unserer Beamten schon seit einigen Jahren mit der Landeshauptstadt“, sagt Polizeisprecherin Jacqueline Gral. „Wir haben dort einen eigenen Bereich, in dem unsere Beamten trainieren können. Der Neubau des Trainingszentrums soll jetzt dazu beitragen, unsere Möglichkeiten vor Ort zu verbessern.“

Dazu soll die Lagerhalle mit Kuben ausgestattet werden, in denen sich verschiedene Einsatzszenarios trainieren lassen. „Die Bandbreite wird von einfachen Zugriffstrainings- bis hin zur Simulation von Amok- oder Terrorlagen reichen“, sagt Gral. Die Konzeptzeichnungen in der Ausschreibung zeigen insgesamt zwölf Blöcke, die äußerlich zum Teil wie Wohnhäuser, zum Teil aber auch wie Ladenzeilen in Innenstadtbereichen gestaltet sind. „Wir versprechen uns von diesem Aufbau die Möglichkeit, die Kollegen in einem realitätsnahen Umfeld auf echte Einsätze vorbereiten zu können“, sagt Gral.

Zu den Kosten für das Projekt will die Polizei zu diesem Zeitpunkt noch nichts sagen. „Dafür schreiben wir ja aus“, sagt Gral. „Wir müssen schauen, wie die Angebote aussehen, die letztlich bei uns eingehen.“

Der Aufbau der Trainingseinrichtung soll den Unterlagen zufolge spätestens bis zum 21. Juni dieses Jahres erfolgen.

Die Inbetriebnahme der neuen Anlage wäre nur eine in einer ganzen Reihe von Neueröffnungen, die die NRW-Polizei in den vergangenen Jahren veranlasst hat. So ist im Jahr 2017 bereits eine große Trainingsanlage im münsterländischen Selm in Betrieb gegangen. Dort trainieren seitdem Beamte auf einem rund 55 Fußballfelder großen Gelände taktisches Verhalten bei Terror- und Amokeinsätzen.

Das Zentrum, das unmittelbar an das Gelände eines ehemaligen Bundeswehrstützpunktes grenzt, bietet weitläufige Außenanlagen, die auch taktisches Training im Freien möglich machen. In der Anlage selbst finden sich realitätsnahe, zum Teil mehrstöckige begehbare Fassaden innerstädtischer Häuser und sogar bewegliche Kulissen. Sogar das Trainieren mit ausrangierten Omnibussen und anderen (Einsatz)-Fahrzeugen ist in diesem Trainingskomplex möglich.

Bei der Eröffnung der Einrichtung betonten die Verantwortlichen damals, dass der Neubau den Beamten die Möglichkeit biete, das Erlernen taktisch angemessener Vorgehensweise weg von theoretischen Planspielen und hin zu handfester Selbsterfahrung in einem realitätsnahen Umfeld zu führen. Ein Gedanke, der auch bei den Plänen der Duisburger Polizei eine wesentliche Rolle spielen dürfte.

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