Duisburg: Pläne für das "St. Vincenz-Quartier" im Dellviertel vorgestellt

Was Fokus Development an Stelle des Krankenhauses plant : Neues Wohnquartier für das Dellviertel

Mit der Enthüllung des Modells für das „St. Vincenz-Quartier“ im Dellviertel ist am Montag die Gewerbeimmobilienmesse Expo Real in München aus Duisburger Sicht vielversprechend gestartet. An der Stelle des früheren Krankenhauses sind 350 citynahe Wohneinheiten geplant.

Auf dem Gelände des ehemaligen St. Vincenz Krankenhauses im Zentrum des Duisburger Dellviertels und in unmittelbarer Nähe zum Dellplatz sollen moderne Eigentums- und Mietwohnungen entstehen. Auf einer Grundstücksfläche von rund 15.500 Quadratmetern sind insgesamt ca. 350 Wohneinheiten in drei Bauabschnitten geplant. Axel Funke, Chef des Duisburger Entwicklers Fokus Development, stellte mit Oberbürgermeister Sören Link und Reiner Götzen, Geschäftsführender Gesellschafter der Interboden Innovative Lebenswelten GmbH, das Modell des Wohnungsbauprojektes „St. Vincenz-Quartier“ auf der Expo Real in München vor.

Für den ersten Bauabschnitt sind auf dem Areal zwischen der Goldstraße und der Straße An der Bleek zwei Gebäudeflügel mit 70 Wohneinheiten und einer Wohnfläche von insgesamt rund 5500 Quadratmetern vorgesehen. Der zweite Bauabschnitt befindet sich auf dem Grundstück südlich der Papendelle, der bislang als Parkplatz genutzt wurde. An dieser Stelle wird ein vierflügeliger Neubaukomplex in Blockrandbebauung mit etwa 145 Wohneinheiten auf einer Wohnfläche von insgesamt rund 11.000 Quadratmetern entstehen.

Der dritte Bauabschnitt umfasst den Umbau und die Aufteilung des denkmalgeschützten, historischen Krankenhausgebäudes an der Papendelle in ca. 140 Wohneinheiten auf einer Wohnfläche mit ebenfalls rund 11.000 Quadratmetern. Der denkmalgeschützte Altbau soll zukünftig um einen zentralen neuen Platz stehen, der durch den Neubautrakt gefasst wird zu einem innerstädtischen Ensemble. Für alle Baufelder sind separate Tiefgaragen mit insgesamt ca. 210 Stellplätzen vorgesehen. Die Abrissmaßnahmen des ehemaligen Schwesternwohnheims zur Freimachung des ersten Bauabschnittes sind bereits für das erste Quartal 2020 geplant.

„Wir interessieren uns schon sehr lange für den Duisburger Markt und sind froh, dass wir nun gemeinsam mit Fokus Development hier im schönen Dellviertel zum ersten Mal unser erfolgreiches Lebenswelten-Konzept umsetzen werden“, sagte Götzen. „Wir freuen uns darauf, zusammen mit Interboden das Dellviertel mit einem stadtbildprägenden Areal aufzuwerten und lebendig zu halten“, erklärte Funk. OB Link sagte in München, Duisburg als Wohnungsstandort weiter zu etablieren gelinge nur mit einem entsprechenden Angebot. Er freue sich, dass hier in bester Wohnlage hochwertiger Wohnraum entstehe.

Die Erwartungen der Duisburger an die diesjährige Expo Real sind hoch. Das wurde bereits am Montag zu Beginn der Messe deutlich. „Wir haben den schönsten Stand und die besten Projekte“, sagte Oberbürgermeister Sören Link. Die Entwicklung in Duisburg sei mehr als nur die Summe der einzelnen Projekte. Dazu zählt er vor allem auch das Gelände des alten Güterbahnhofs, früher „Duisburger Freiheit“ genannt. Hierzu findet im November eine Bürgerbeteiligung statt. Vorgesehen ist aber auf jeden Fall ein „grüner Ring“, der vom Hauptbahnhof bis zum Gelände der Internationalen Gartenausstellung (IGA) am Rheinpark in Hochfeld reichen soll.

Für das Projekt 6-Seen-Wedau mit 3000 Wohneinheiten für rund 10.000 Menschen soll es in Teilen im nächsten Jahr Baurecht geben. Es soll sowohl Wohnimmobilien zu kaufen geben als auch Mietwohnungen. Wenn die Ratinger Weststrecke reaktiviert wird, sollte das neue Wohnquartier mit einem Haltepunkt angebunden werden, hatte Link schon in der vergangenen Woche betont.

Auf der Messe am Montag (von links): Gebag-Chef Bernd Wortmeyer, OB Sören Link und Wirtschaftsdezernent Andree Haack. Foto: GFW Duisburg

Inzwischen, so heißt es aus München, kämen die Investoren auch wieder proaktiv auf Duisburg zu. Das war in der Vergangenheit häufig nicht so, denn unsere Stadt gilt als sogenannte B-Stadt. Inzwischen hat sich aber herumgesprochen, dass sich solche Standorte für die Immobilienwirtschaft durchaus rentieren können.

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