Duisburg: Philharmonisches Konzert mit spanischen Impulsen

Philharmonisches Konzert : Ein spanisches Orchesterfest

Das jüngste, vierte Konzert der Duisburger Philharmoniker war nicht nur ausverkauft, sondern auch erstklassig.

Im düsteren November lässt man sich gerne Musik gefallen, die der Seele mit leuchtenden Farben mehr Licht gibt. Da kommt die spanische Musik gerade recht, auch wegen ihrer klackernden Rhythmen. Klar also, dass die Philharmonie Mercatorhalle beim jüngsten, vierten Philharmonischen Konzert an beiden Tagen ausverkauft war. Das Programm enthielt nämlich vier beliebte Kompositionen mit spanischem Kolorit, wobei zwei der Komponisten Franzosen waren und auch die beiden Spanier viele Impulse aus Frankreich erhalten hatten.

Im Mittelpunkt stand das bekannteste Konzert für Gitarre und Orchester der Musikgeschichte, jenes „Concierto de Aranjuez“ (1939), das Joaquín Rodrigo vor 80 Jahren komponierte, bevor er von seinem Studium in Paris bei Paul Dukas nach Spanien zurückkehrte. In Duisburg war der feinsinnige (und dezent verstärkte) Solist der 1965 auf Kuba geborene Joaquín Clerch, seit zwei Jahrzehnten Professor an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf. Im Philharmonischen Konzert fühlten wir uns geradezu in die königlichen Gärten von Aranjuez versetzt. Für den großen Beifall bedankte sich Clerch mit der „Danza española“ von Manuel de Falla, der vor dem Ersten Weltkrieg in Paris unter anderem mit Dukas und Maurice Ravel befreundet war. Passenderweise handelte es sich dabei um die Bearbeitung eines Orchesterwerks (aus der Oper „La vida breve“)

Drumherum wurde es handfester, alleine schon durch die deutlich größere Orchesterbesetzung. Ganz am Anfang stand die kurze Rhapsodie „España“ (1883) von Emmanuel Chabrier. Nach der Pause gab es die beiden Suiten aus dem vor 100 Jahren uraufgeführten Ballett „Der Dreispitz“ („El sombrero de tres picos“, 1916-19) von Falla. Diese Musik ist noch reicher an strahlenden Klangfarben und gut gelaunten Rhythmen als Chabriers „España“. Der logische Schluss war dann Ravels „Boléro“ (1928), gleichfalls ein Meisterwerk der Orchestrierung auf spanischer Basis, zugleich in seiner stetigen Steigerung des Immergleichen deutlich geordneter.

GMD Axel Kober ließ die Duisburger Philharmoniker an diesem Abend ihr Bestes geben. Freudig machten sie daraus ein Orchesterfest, von sensiblen und manchmal sehr kurzen Solostellen vor allem der Holzbläser und der Hörner bis zum massiv krachenden Tutti. Das traf insgesamt sehr gut das reizvolle Paradox der grob-eleganten spanischen Musik. Am Ende war der Jubel groß, nicht zuletzt für die beiden konzentrierten Trommler.

Im nächsten, fünften Philharmonischen Konzert am 15. und 16. Januar 2020, jeweils um 20 Uhr, ist Saleem Ashkar der Solist im Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 d-Moll op. 40 von Felix Mendelssohn. Geboren 1976 als palästinensischer Christ im israelischen Nazareth, hat Ashkar sämtliche Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven auch in Duisburg aufgeführt (die RP berichtete). Der Gastdirigent Nikolai Szeps-Znaider ergänzt mit der monumentalen Sinfonie Nr. 9 D-Dur von Gustav Mahler. Karten gibt es am einfachsten per Mail an die Adresse karten@theater-duisburg.de.