Duisburg: Philharmonischer Chor begeistert

Konzert : Philharmonischer Chor begeistert mit Rossini

Der Philharmonische Chor Duisburg führte in St. Ludger die „Petite Messe solennelle“ von Gioacchino Rossini auf.

Das ist wirklich eine ungewöhnliche Messvertonung. Gioacchino Rossini (1792-1868) beendete schon mit 37 Jahren seine Karriere als Opernkomponist, setzte sich in Paris zur Ruhe und schrieb bis zu seinem Tod vor 150 Jahren nur überwiegend kurze Stücke, genannt „Pêchés de viellesse“ (Alterssünden). Gut 80 Minuten dauert das mit Abstand längste dieser Werke, eben die „Petite Messe solennelle“ (Kleine feierliche Messe) von 1863, für Soli, Chor, zwei Klaviere und Harmonium.

Das war damals in der französischen Kirchenmusik eine durchaus übliche Besetzung, und die Uraufführung fand in einer Privatkapelle statt. Die Musik verbindet die unterschiedlichsten Einflüsse von Johann Sebastian Bach bis zu Tanzmusik. „Lieber Gott“, schrieb Rossini an den Rand des Manuskripts, „voilà, nun ist diese arme kleine Messe beendet. Ist es wirklich geistliche Musik (,musique sacrée’), die ich gemacht habe, oder ist es verfluchte Musik (,sacrée musique’)? Ich wurde für die Opera buffa geboren, das weißt Du wohl! Wenig Wissen, ein bisschen Herz, das ist alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies.“

Jetzt brachte der philharmonische chor duisburg diese Komposition in die gut gefüllte katholische Kirche St. Ludger, in Neudorf in der Nähe des Hauptbahnhofs. Das Konzert war ein großer Erfolg, denn der Chor bewies unter seinem Leiter, dem Salvatorkantor Marcus Strümpe, viel Durchhörbarkeit und Durchschlagskraft. Man mag bemängeln, dass hier so viele Sänger mitwirkten, dass die Instrumente an den lautesten Stellen kaum noch zu hören waren. Und anders als im vergangenen Herbst beim Ballett im Duisburger Haus der Deutschen Oper am Rhein (die RP berichtete) erklang hier nicht die Originalfassung, sondern die übliche „Sparfassung“ mit nur einem Klavier und Harmonium - was man insofern verschmerzen kann, als das zweite Klavier nicht immer spielt und dann überwiegend nur das erste verdoppelt. Immerhin waren die Tasteninstrumente sowohl an der Rheinoper als auch in der Ludgerikirche von historischer Bauart.

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Ein besonderes Plus boten die hervorragenden Solisten, die weite Strecken des Werkes alleine bestreiten: Lucy De Butts (Sopran), Marion Eckstein (Mezzosopran), Ulrich Cordes (Tenor), Stefan Adam (Bass), Ekaterina Schabanova (Klavier) und Andreas Fröhling (Harmonium). Ihre Klangschönheit und überragende Gestaltung zog auch den Chor mit.

(hod)
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