Duisburg: Philharmonische Serenade begeistert das Publikum

Konzert in Duisburg : Philharmonische Serenade begeistert das Publikum

Die 1170 geweihte Abtei Hamborn bildet mit ihrem Kreuzgang einen stimmungsvollen Rahmen für die Duisburger Serenadenkonzerte.

Die Duisburger Philharmoniker veranstalten diese sommerliche Konzertreihe mit Musikerinnen und Musikern aus den eigenen Reihen sowie Gastensembles seit vielen Jahren mit großem Erfolg (die RP berichtet regelmäßig).

Jetzt ging es für dieses Jahr wieder los und im Kreuzgang trat ein Kammerensemble auf, das ausschließlich aus Mitgliedern der Duisburger Philharmoniker bestand. Auf dem klug kombinierten und im serenadenhaften Sinn reizvollen Programm standen drei Werke, im Mittelpunkt als hörenswerte Rarität das fast halbstündige Hornquintett c-Moll op. 85 des Engländers York Bowen (1884-1961). Stilistisch steht es zwischen dem späten Richard Strauss und dem frühen Benjamin Britten. Die besonders profilierte Solohornistin Magdalena Ernst, der Konzertmeister Tonio Schibel, die Geigerin Teruko Habu, die Bratschen-Vorspielerin Lolla Süßmilch und der Solocellist Friedmann Dreßler legten es mit ebenso viel Genauigkeit wie Herzblut hin, auch wenn Schibel als Primarius etwas zu viel waberndes Vibrato gab.

Den Rahmen bildeten zwei jeweils viertelstündige Meisterwerke der Wiener Klassik. Zuerst kam das Hornquintett Es-Dur KV 407 (1782) von Wolfgang Amadeus Mozart in der Besetzung Magdalena Ernst (Horn), Teruko Habu (Violine), Lolla Süßmilch und Tonio Schibel (Viola) sowie Friedmann Dreßler (Violoncello). Nach der Pause gab es noch das gleichfalls in Es-Dur stehende (und offenbar von Mozarts Hornquintett inspirierte) Sextett op. 81a von Ludwig van Beethoven, das dieser wahrscheinlich 1795 (also mit 25 Jahren) komponierte, aber erst 15 Jahre später zum Druck gab (daher die irreführend hohe Opuszahl). Hier kam im Kreuzgang zu der Bowen-Besetzung noch David Barreda Tena als zweiter Hornist.

Die Klassiker klangen bei den Philharmonikern im Kreuzgang so frisch und weitgehend stilsicher, dass das Publikum begeistert war. Es gab daher noch eine passende Zugabe, nämlich ein Arrangement von „Smile“ aus jener Musik, die Charlie Chaplin zu seinem eigenen Film „Moderne Zeiten“ komponierte.

Im zweiten Serenadenkonzert am Dienstag, 16. Juli, um 20 Uhr, spielt das Sonos-Trio, gleichfalls aus den Reihen des Orchesters unserer Stadt, Werke für Streichtrio von Mozart, Joseph Haydn und Mieczyslaw Weinberg. Karten zu elf Euro, ermäßigt 6,50 Euro, gibt es am einfachsten per Mail an karten@theater-duisburg.de.

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