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Duisburg: Philharmonische Konzerte wieder ab dem 16. September

Neustart in Corona-Zeiten : So planen die Duisburger Philharmoniker die neue Saison

Die Philharmonischen Konzerte sollen am 16. September beginnen. Geplant sind jeweils zwei Konzerte in der Mercatorhalle an einem Abend. Alle Abonnenten werden angeschrieben. Das Konzertprogramm ist vielversprechend.

Die Zeit der Absagen soll im September vorbei sein. Davon sind Intendant Alfred Wendel, Generalmusikdirektor Axel Kober und die neue Kulturdezernentin Astrid Neese überzeugt. Am Montag stellten sie gemeinsam das städtische Konzertprogramm für die kommende Saison vor. „Wir lassen den Kopf nicht hängen“, sagte Astrid Neese, für die die Pressekonferenz die erste in ihrem neuen Amt war.

In den vergangenen Wochen konnte man die Duisburger Philharmoniker zwar nicht mehr im Stadttheater oder in der Mercatorhalle erleben. Untätig waren die Musiker aber nicht. Seit dem „Lockdown“ haben die Philharmoniker etwa 50 Fensterkonzerte vor Seniorenheimen und ähnlichen Einrichtungen gegeben. Auch konnte man einige Konzerte im Netz unter der Internet-Adresse der Philharmoniker erleben (www.duisburger-philharmoniker.de). Am Samstag, 6. Juni, wird es ein besonders attraktives Online-Angebot geben: 24 Stunden lang wird eine Aufnahme aus dem Lehmbruck-Museum mit Beethovens sechster Sinfonie (Pastorale) freigeschaltet sein. Am Tag darauf werden die Philharmoniker im Volkspark Rheinhausen auftreten, gefolgt von einem Konzert im Kreuzgang der Hamborner Abteikirche. Näheres soll in den kommenden Tagen bekanntgegeben werden, sagte Wendel.

Beim Pressegespräch wurde ein Thema angesprochen, das erst seit Corona ein Thema sein kann: Welche Gefahr geht von Blechbläsern aus? Fachleute sehen in ihnen eine besondere Gefährdung, weil sich durch den Luftstrom das Infektionsrisiko für Orchestermusiker erhöhe. Deshalb wurde bei den Blechbläsern ein Mindestabstand von sechs Metern gefordert. Nach neuen Studien, auf die sich Alfred Wendel beruft, besteht eine solche Gefährdung nicht, so dass ein kleinerer Abstand zwischen den Musikern ausreicht. Diese Erkenntnis erleichtere die Programmgestaltung.

Als das Programm für die kommende Spielzeit geplant wurde, konnte noch niemand mit der Pandemie rechnen. Etwa eineinhalb Jahre im Voraus stehe üblicherweise ein Programm, hieß es beim Pressegespräch. Es sei ein glücklicher Zufall, so Generalmusikdirektor Axel Kober, dass die beiden ersten Philharmonischen Konzerte im September und Oktober nur eine vergleichsweise kleine Besetzung benötigen. Selbst wenn die Abstandsregeln für die Musiker noch raumgreifend sein müssten, seien diese Konzerte nicht in Frage gestellt.

Für das Publikum müssen allerdings Lösungen gefunden werden, damit die Konzerte trotz Corona-Beschränkungen, mit denen auch nach der Sommerpause zu rechnen ist, stattfinden können. Bislang plant man mit zwei programmgleichen Philharmonischen Konzerten, die wie bisher mittwochs und donnerstags stattfinden sollen. Das erste Konzert beginnt demnach um 18 Uhr, das zweite um 20.30 Uhr. Es soll dafür gesorgt werden, dass die Besucher mit den nötigen Abständen in der Mercatorhalle sitzen können. Die Besucherströme sollen wie bei Einbahnstraßen gelenkt werden. Es wird keine Pausen geben. Ob man mit Mund- und Nasenschutz in der Mercatorhalle sitzen muss, steht noch nicht fest. „Wir legen höchste Sicherheitsmaßstäbe an“, versichert Wendel, der unter anderem auf das „hervorragende Lüftungssystem“ der Mercatorhalle verweist.

In den kommenden Tagen werden alle Abonnenten angeschrieben, die sich entscheiden sollen, ob sie das frühe oder das spätere Konzert besuchen möchten. Erst nach dem 17. August werde man festlegen können, ob noch Karten in den freien Verkauf gehen oder ob die Mercatorhalle unter Corona-Bedingungen schon allein durch die Abonnenten ausgebucht ist. Für die Philharmoniker, die Dirigenten und die Solisten bedeutet die neue Regelung, dass sie statt zwei demnächst vier Philharmonische Konzerte an den beiden Abenden geben müssen.

Ob alle geplanten Konzerte tatsächlich stattfinden, könne niemand sagen, hieß es beim Pressegespräch. So ist beispielsweise das dritte Philharmonische Konzert, bei dem der Philharmonische Chor mitwirken soll, ein Wackelkandidat. Gleichwohl versprechen Alfred Wendel und Axel Kober, dass es auch an den Risikoabenden tatsächlich ein Konzert geben wird. „Wir arbeiten immer an einem Plan B“, so Kober. Das Programm selber ist so, wie es bislang geplant ist, ungemein attraktiv. Wenn alles klappt, gibt es beispielsweise eine Wiederbegegnung mit Duisburgs ehemaligen Generalmusikdirektor Bruno Weil oder erstmals eine halbszenische Aufführung von Haydns komischer Oper „Der Apotheker“. Und der aus Duisburg stammende Komponist Hauke Berheide kuratiert für den April und Mai 2021 ein Musikfestival namens „Eigenzeit“, das so beschrieben wird: „In ungewöhnlichen Konzertformaten und an außergewöhnlichen Spielorten versammeln wechselnde Kuratoren das Beste, Verrückteste und Schönste, was die Musik von Jetzt dem Publikum von Heute zu bieten hat.“

Das Konzertprogramm selber stellt die RP demnächst ausführlich vor.