Duisburg: Pegida-Demo am 17.11. könnte Weihnachtsmarkt stören

Rechter Aufmarsch am Sonntag : Pegida-Demo könnte Duisburger Weihnachtsmarkt stören

Am Sonntag wollen diverse rechte Gruppierungen durch die Duisburger Innenstadt ziehen. Die Polizei zeigt sich bestens vorbereitet. Gegendemonstranten wollen dafür sorgen, dass die Parolen der Rechten kein Gehör finden.

Wenn am Sonntag die Pegida-Demonstration am Hauptbahnhof aufmarschiert, werden sich den Rechten diverse Bündnisse und private Gruppen entgegenstellen. Der rechte Aufmarsch wird von Neonazis, rechten Bürgerwehren und anderen Gruppierungen aus ganz Nordrhein Westfalen unterstützt. Prominentester Vertreter des rechten Lagers wird wohl der inzwischen parteilose frühere AfD-Landeschef von Sachsen-Anhalt André Poggenburg sein.

Bei der Duisburger Polizei sind bereits die Vorbereitungen für den Demotag angelaufen. Sie weist in einer Mitteilung darauf hin, dass es im Innenstadtbereich am Sonntag ab 12 Uhr zu Verkehrseinschränkungen kommen kann. Die Behörde will auf ein „lageangepasstes Konzept“ setzen. Zur Anzahl der eingesetzten Einsatzkräfte macht die Polizei wie immer im Vorfeld von Demonstrationen aus einsatztaktischen Gründen keine Angaben.

„Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit sind hohe Güter unserer Verfassung“, sagt Polizeipräsidentin Elke Bartels. „Die Polizei wird diese Grundrechte schützen – das gilt auch für Rechtspopulisten und nicht verbotene rechtsextremistische Gruppierungen. Die persönliche Meinung der Polizeibeamten spielt dabei absolut keine Rolle.“

Da die Auftaktveranstaltung der rechten Demo vor dem Hauptbahnhof stattfindet, bittet die Polizei Reisende darum, den Bahnhof möglichst nicht über den Haupteingang zu betreten oder zu verlassen. Die an der Zugstrecke liegenden Parkhäuser „Galeria Karstadt Kaufhof“ und „Forum“ werden trotz des Weihnachtsmarkts am Sonntag geschlossen bleiben. Die Behörde sei bemüht, Beeinträchtigungen des Weihnachtsmarktes zu verhindern, heißt es in der Mitteilung der Polizei. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass sich je nach Einsatzlage Sperrbereiche verschieben oder ausdehnen könnten.

Um zu verhindern, dass die Rechten Gehör finden, haben unter anderem die Bündnisse „Duisburg für Toleranz zu Zivilcourage“, „Duispunkt“ und „DU+Wir“ Gegenkundgebungen am Hauptbahnhof angemeldet. Der deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) als Teil von „Duisburg für Toleranz und Zivilcourage“ findet im Vorfeld recht deutliche Worte. Es sei eine direkte Provokation, dass die Demonstration am Volkstrauertag, einem stillen Gedenktag, stattfinde. „Der Volkstrauertag ist ein stiller Tag, der dem Gedenken der Kriegstoten und Opfer von Gewaltherrschaft aller Nationen gewidmet ist. Da ist es geradezu ein Hohn, dass diejenigen, die sich in die Tradition der Täter stellen, einen Aufmarsch organisieren“, sagt Angelika Wagner, Vorsitzende des DGB Duisburg und Geschäftsführerin des Bündnisses. „Wir rufen die Bürger Duisburgs dazu auf, sich mit gewaltfreien Mitteln an der Gegendemonstration um 13 Uhr auf der Bahnhofsplatte zu beteiligen.“ Auch die evangelische Kirche beteiligt sich am Bündnis für Toleranz. „Zeigen wir gemeinsam: rechtsradikale Hetze hat in unserer Stadt nichts verloren“, sagt Armin Schneider, Superintendant des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg.

Neben der Kundgebung des Toleranzbündnisses wird es ein von „Duispunkt“ und „Du+Wir“ initiiertes „Konzert für eine weltoffene und solidarische Stadtgesellschaft“ auf der Bahnhofsplatte geben. Beginn ist um 13 Uhr. Zu Gast sind unter anderem der Singer-Songwriter Cires Kesh, der Duisburger „StattChor“ und die Duisburger Reggae-Band Trijahnity.