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Duisburg: Opernhaus mit der Prinzengarde

Opernhaus mit der Prinzengarde : Stadttheater wurde zu Duisburgs Gürzenich

In einem über vierstündigen Programm zeigte die Duisburger Prinzengarde am Samstagabend wieder einmal, dass sie durchaus mit dem Kölner Karneval mithalten kann.

Die Prinzengarde der Stadt Duisburg kann es genauso wie Köln: Wenn diese Karnevalsgesellschaft zu ihrer Sitzung ins „...Opernhaus“ einlädt, dann gibt es immer eine hochkarätige Veranstaltung, die man wie mit einer Sitzung im Kölner Gürzenich vergleichen kann.

„Diese Sitzung heute ist Alexander Graf von Schwerin gewidmet. Er hat viele Jahre unsere Veranstaltungen auf heitere Weise moderiert“, meinte Helmut Kellermann, Präsident der Prinzengarde, zu Beginn. Der CDU-Politiker Graf von Schwerin war Vollblut-Karnevalist und Mitglied des Korps á la suite und überraschend im letzten Jahr verstorben.

Doch dann hob sich der rote Vorhang unter den Klängen der Musikkorps. Die Show, die von Michael Jansen moderiert wurde, konnte beginnen. Vielumjubelter Star des Abends war seine Tollität Prinz Sascha I. mit seinen Liedern. Rote Leuchtstäbchen gingen in die Höhe und „Duisburg Helau“ wurde unzählige Male gerufen.

Es gab an diesem Samstagabend jede Menge Höhepunkte. Den Anfang machten zwei „Huusmeister vom Bundesdaach“. Bereits seit 1994 stehen Frank Fander mit der Gitarre und Axel Foppen mit seinem umgebauten Besen auf der karnevalistischen Bühne. Ihr Auftritt setzte sich aus einer Mischung von Liedbeiträgen mit bekannten Melodien und Zwiegesprächen rund um das politische Geschehen in Berlin zusammen. Da ging es um „Ursula von der Leine“, „Annegret Kamp-Knarrenbauer“, den Klimawandel und die Straßenmaut. Ein lustiger Anfang!

Frank Fander (l.) und Axel Foppen, „Die zwei Hausmeister vom Bundestag“, stehen bereits seit 1994 auf der karnevalistischen Bühne. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Einen tollen Auftritt hatten die „Westerwaldsterne“ aus Uckerath. 35 Tänzerinnen und Tänzer zeigten Kombinationen von akrobatischen Showdarstellungen und Gardetanz. Als Lästermaul kam anschließend Ludger K. auf die Bühne. Dieser Mann ist politisch, zynisch und ganz schön frech. Sein frecher Humor begeisterte das Publikum. Er lästerte beispielsweise über Prominente, die „Apotheken-Umschau“ und über Omas, die 24 Stunden nur am Fenster hängen und beobachten: „So etwas nennt man heute Google Street new classic.“ Er erinnerte auch an alte Duisburger Zeiten.

Echt kölsche Tön wurden von der Gruppe „De Albatrosse“ gesungen. Die fünf Jungs machten ordentlich Stimmung, auch wenn es Probleme mit dem Gesangsmikrofon gab. Aber das Publikum sang kräftig mit. Auch der kölsche Tenor Tino Selbach sang Lieder aus der guten alten Zeit von Willy Ostermann.

Bauchredner Andreas Römer hatte viele Gags auf Lager. Vor allem Präsident Helmut Kellermann, Kommandeur Michael Reinbold und Zahlmeister Kai Uwe Otto mussten es am eigenen Leib erfahren, wie Bauchreden geht. Es gab situationskomische Dialoge. Alle mussten lachen.

Schön anzusehen waren auch die Tanzdarbietungen des Tanzkorps sowie vom Tanzmariechen Lisa der Prinzengarde. Comedy-Artist Georg Leiste, der schon in der ganzen Welt aufgetreten ist, glänzte mit herrlich komischen Einlagen als Luigi Pavarotti sowie DJ Mützi und dem „Drahtseil“-Akt mit zehn Gardisten.

Zum Schluss der Veranstaltung marschierte die Prinzengarde der Stadt Krefeld auf und beendete ein wahrhaft schönes „Gürzenich“-Erlebnis.