Duisburg: Notfallmediziner sind mit Christoph 9 direkt zur Stelle

Luftrettungszentrum am BG Klinikum : Notfallmediziner sind mit Christoph 9 direkt zur Stelle

Marko Brade ist Notfallmediziner und leitet das Luftrettungszentrum am BG Klinikum in Buchholz.

Wenn der orangefarbene Hubschrauber über Duisburg fliegt, blicken nicht nur Kinder begeistert in den Himmel: Der Rettungshubschrauber „Christoph 9” ist für rund fünf Millionen Menschen zuständig. Seine Basisstation liegt am BG Klinikum in Buchholz. Zusammen mit einer Kollegin leitet Marko Brade das Luftrettungszentrum. „Bei Unfällen, Herzinfarkten, Krampfanfällen: Wir werden immer dann alarmiert, wenn irgendwo ein Notarzt gebraucht wird und die Leitstelle erkennt, dass wir am schnellsten vor Ort sein können”, sagt Marko Brade im Gespräch mit Bene, dem Magazin des Bistums Essen. Seinen Job liebt er, nur bedingt begeistern kann er sich für die aktuelle Jahreszeit: „Das mit dem schönen Wetter ist zweischneidig, es sind jetzt viel mehr Menschen draußen unterwegs, deshalb passiert mehr”, erklärt er. Wer jetzt aber in erster Linie an verunglückte Motorradfahrer denkt, irrt: In seinen fünf Jahren mit „Christoph 9” habe er mehr Reiter an Bord gehabt als Motorradfahrer, so der Notfallmediziner.

Marko Brade liebt seinen Job. „Ich mag es, schnell Entscheidungen zu treffen und da zu helfen, wo es wirklich darauf ankommt. Und wenn man zusätzlich in ruhigen Minuten einmal den Blick schweifen lassen kann, ist das schon toll.“ Angst, dass zum Beispiel der Hubschrauber abstürzen könnte, hat Marko Brade nicht. „Meine Familie sieht das allerdings anders. Aber es ist doch so: Die Wahrscheinlichkeit, dass mir während des Fluges etwas passiert, ist um ein Vielfaches geringer, als dass mir etwas passiert, wenn ich mit dem Auto zur Arbeit fahre.“

Wird das Team zu einem Einsatz gerufen, ist auch sportliche Fitness gefragt. „Nicht immer können wir direkt am Einsatzort landen. Manchmal müssen wir die letzte Strecke auch rennen oder über Hindernisse klettern.“ Ein Einsatz ist beendet, wenn das Team den Patienten in der Klinik abliefert. Aber es gibt auch Fälle, die emotional hängen bleiben. „Wir sprechen über Dinge, die gut und die nicht so gut gelaufen sind. Das ist der erste Mechanismus, durch den der Großteil der Einsätze an der Station bleibt. Und wenn das einmal nicht so ist, habe ich zu Hause jemanden, der mir zuhört“, so Brade.

(RPN)
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