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Duisburg: Neues Wohnquartier an Stelle des St. Barbara Hospitals

Neumühl : Wohnquartier mit integriertem Hospital

Mehr als 100 Jahre, von 1906 bis 2013, wurden im St.-Barbara-Hospital Kranke versorgt. Danach wurden dort vorübergehend Flüchtlinge untergebracht. Nun soll das ehemalige Krankenhaus Keimzelle eines neuen Wohnquartiers mit Vorbildcharakter werden.

Das Hauptgebäude des ehemaligen Krankenhauses soll erhalten bleiben und durch An- und Neubauten ergänzt werden. In das neue Wohnquartier werden ältere Teile des St.-Barbara-Hospitals mit zwei Anbauten integriert. Im ehemaligen Nordflügel des altehrwürdigen Gebäudes und dessen Anbau sollen neue Wohnungen entstehen. Im ehemaligen Krankenhaus selbst sollen kleinere Dienstleistungs- und kulturelle Angebote sowie Vereinsnutzungen untergebracht werden. Im südlichen Teil ist ein neuer Anbau vorgesehen. Hier sollen ein Café und Wohnungen für Auszubildende gebaut werden.

Das Gelände der früheren Adolph-Kolping-Schule soll ebenfalls innerhalb des 75.000 Quadratmeter großen Quartiers zwischen der Kleingartenanlage Schacht III im Westen, der Obermarxloher Straße im Osten sowie der Wohnbebauung Basten-, Barbara- und Schroerstraße im Norden und der Gartenstraße im Süden integriert werden. Die zur Schule gehörenden Nebengebäude wie Turnhalle, Umkleideräume und Schwimmhalle sind bereits abgerissen worden. Im Gebäude der ehemaligen Schule könnten eine dreizügige Kita, eine Tagespflegeeinrichtung und Wohnungen entstehen.

Die stationäre Pflegeeinrichtung im Südwesten des Areals ist bereits im Mai dieses Jahres in das neu errichtete DRK-Seniorenzentrum im östlichen Teil umgezogen. Das Wohnquartier mit verkehrsberuhigtem Bereich im Inneren besteht hauptsächlich aus vier- oder fünfgeschossigen Wohnhäusern sowie maximal dreistöckigen Reihenhäusern mit Gartengrundstücken. Von der Gesamtfläche des Quartiers von mehr als 75.000 Quadratmetern, das entspricht etwa zehneinhalb Fußballfeldern, entfallen mehr als 49.000 Quadratmeter auf Baugrundstücke. Rund 8000 Quadratmeter sind verkehrsberuhigte Straßenbereiche, 2300 Quadratmeter sind öffentliche Grünflächen.

Investor ist die Berliner IPG MV GmbH, die die Flächen westlich des DRK-Seniorenzentrums gekauft hat und dort ein urbanes Wohnquartier errichten will. Wie bei Bauplanungen dieser Größenordnung üblich, wird mit Hilfe einer Reihe von Gutachten (Lärm, Umweltschutz, Altlasten) die Machbarkeit untersucht. Dabei wurden zum Beispiel Zwergfledermäuse und Mauersegler festgestellt. Um diese Arten nicht vollständig zu vertreiben, sollen Fledermaus-Ersatzquartiere und Nistkästen für Mauersegler installiert werden. Innerhalb der neu entstehenden Straße müssen mindestens 40 Bäume gepflanzt werden. Vorgesehen sind verschiedene Ahornarten sowie die Schwedische und die Thüringische Mehlbeere.

Die Bedeutung des Quartiers wird in einer städtischen Vorlage zum Bebauungsplan betont: „Da die Duisburger Einwohnerzahl wieder steigt und eine anziehende Nachfrage nach Wohnraum in allen Segmenten spürbar ist, hat die Schaffung eines vielfältigen Angebots neuer Wohnungen aktuell an Bedeutung gewonnen. Städtebaulich komme dem Plangebiet eine Integrations- und Vorbildfunktion zu.“