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Duisburg: Neue Vorwürfe in AfD-Spendenaffäre um Milliardär Henning Conle

Henning Conle : Neue AfD-Spendenvorwürfe gegen Duisburger Milliardär

Henning Conle soll mit verdeckten Zahlungen Einfluss auf den erfolgreichen Facebook-Auftritt der Partei gehabt haben. Das behauptet die Ex-AfD-Vorsitzende Frauke Petry. Es sind nicht die ersten Vorwürfe gegen den Duisburger Immobilienmogul.

Die ehemalige AfD-Vorsitzende Frauke Petry erhebt neue Vorwürfe gegen den Duisburger Milliardär Henning Conle. Dieser soll mit verdeckten Zahlungen direkt den erfolgreichen Facebook-Auftritt der AfD gestärkt haben. „Ich habe Kenntnis davon, dass Jörg Meuthen illegale Spendengelder von Henning Conle vorbei an den offiziellen Parteigramien in illegale Kanäle gelenkt hat, unter anderem zur Unterstützung des Social-Media-Auftritts der Partei“, sagte Petry der ZDF-Sendung „Frontal21“ und dem Recherchenetzwerk Correctiv.

Auf einen erneuten AfD-Spendenskandal deuten der Recherche zufolge auch Mails des heutigen Parteivorsitzenden Jörg Meuthen hin. Im Mai 2016 hab dieser bereits angeboten, ein Social-Media-Konzept an einen potenziellen Unterstützer weiterzuleiten, der es „sicher mit Interesse lesen“ werde. „Demnächst machen wir dann mal einen gemeinsamen Termin, wenn das Interesse fortbesteht, wovon ich ausgehe“, so Meuthen weiter. Bei dem Gönner soll es sich laut Petry um Conle gehalten haben.

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Weder Conle noch die AfD haben auf Anfragen von „Frontal 21“ und Correctiv zu den Vorwürfen reagiert. Auch gibt es bislang keine Belege dafür, dass das Geld wirklich geflossen ist. Eine Correctiv-Analyse zeigt allerdings einen sprunghaften Anstieg der Nutzer-Interaktionen auf der AfD-Facebookseite am Januar 2017. Nur wenige Monate nach dem veröffentlichten Mailverlauf. Innerhalb von zwei Monaten hatten sich die Likes, Kommentare und Shares demnach verzehnfacht. Das lasse laut Correctiv darauf schließen, dass die Seite von da an mit höherem Aufwand betrieben wurde.

Es ist nicht das erste Mal, dass Henning Conle im Mittelpunkt einer mutmaßlichen AfD-Spendenaffäre steht. Bereits 2015 soll sich der Immobilienmogul in einem persönlichen Gespräch als Parteispender angedient haben. Insgesamt 132.000 Euro an verdeckten Zahlungen konnten dem 77-Jährigen bereits zugeordnet werden.

Kostenpflichtiger Inhalt Conles Vater Heinz und dessen Bruder Kurt schufen in Duisburg die Grundlage für den enormen Immobilienbesitz der Familie. Vor allem in den 1950er-Jahren profitierten sie dabei auch von ihrer Nähe zur städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gebag. Später mussten sie sich wegen Bestechung vor dem Landgericht verantworten.

Henning Conle selbst lebt längst nicht mehr in Duisburg, sondern pendelt zwischen Zürich und London. Doch die Familie ist eng mit der Stadt verbunden. So hat die „Conle Property Group“, die offiziell der nächsten Familiengeneration gehört, nach wie vor ihren Sitz in Duisburg.