Duisburg: Neue Straßenschilder für Rheinhausen

Neue Straßenschilder : Eine Würdigung für den Widerstand

Die Stadt setzt den CDU-Antrag auf Erklärung der Straßennamen um. Politiker hatten in der Bezirksvertretung eine Würdigung von Kämpfern gegen das NS-Regime gefordert.

Der Antrag der CDU in der Bezirksvertretung Rheinhausen war eindeutig: Wie beim Straßenschild „Alfred-Hitz-Platz“ sollen auch die Schilder „Goerdelerstraße“, „Julius-Leber-Straße“, „Leuschnerstraße“, „Martin-Niemöller-Straße“ und „Geschwister-Scholl-Straße“ in Bergheim und der „Harffweg“ in Kaldenhausen eine erklärende Würdigung bekommen. Diese sei unter dem Schild zu befestigen, forderte die CDU. So stand es in dieser Zeitung.

Was die Union seinerzeit umtrieb: Im Gegensatz zu anderen Kommunen sei die Würdigung des Widerstands gegen das NS-Regime und die Aufarbeitung der Gräuel der NS-Zeit im öffentlichen Straßenraum des Bezirks Rheinhausen/Rumeln-Kaldenhausen wenig ausgeprägt. Nach der Wiederherstellung des Julius-Leber-Gedenksteines und der erstmaligen Platzierung eines steinernen Gedenkens an Alfred Hitz bleibe der Blick auf die Straßennamen-Schilder. Am Straßenschild „Alfred-Hitz-Platz“ sei eine textliche Ergänzung vorgenommen worden. Mehrere Straßen in Bergheim seien ebenfalls nach Widerständlern benannt worden. Ein Schild in Kaldenhausen würdige den Tod der jüdischen Familie Harff. Erklärt würden die Benennungen jedoch nicht, kritisierte die CDU.

Mittlerweile wurde der Antrag umgesetzt, die Erklärungen wurden platziert, freut sich CDU-Sprecher Ferdi Seidelt. „Unser Dank geht an die Stadt, werden die Menschen, die diese Texte lesen, doch daran erinnert, was es heißt, in Frieden und Freiheit zu leben.“

Da ist etwa die Goerdelerstraße. Hier wird dem Juristen, Politiker und Widerstandskämpfer Carl Friedrich Goerdeler gedacht, der 1945 in Berlin-Plötzensee von Nazis hingerichtet wurde. Er gehörte zu den führenden zivilen Köpfen der Widerstandsbewegung und war am Attentat vom 20. Juli 1944 beteiligt. Oder die Julius-Leber-Straße: Sie erinnert an den Politiker, Reichstagsabgeordneten und Widerstandskämpfer Julius Leber, der 1945 von den Nazis in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurde.

Die Leuschnerstraße hält das Gedenken an den Gewerkschafter und Politiker Wilhelm Leuschner lebendig, der 1944 in Berlin-Plötzensee getötet wurde. Oder die Martin-Niemöller-Straße. Sie erinnert an den evangelischen Theologen und führenden Vertreter der Bekennenden Kirche Martin Niemöller. Er starb 1984 in Wiesbaden. Niemöller hatte sich in seiner Zeit als Häftling im KZ Sachsenhausen (1937) zum Widerstandskämpfer entwickelt.

Die Geschwister-Scholl-Straße erinnert an Hans und Sophie Scholl, die als Mitglieder der „Weißen Rose“ aktiv waren. 1943 wurden sie wegen Flugblättern zum Tod verurteilt und am selben Tag enthauptet. Der Harffweg schließlich ist für Gertrud Harff und ihren Sohn Paul Harff bestimmt. 1942 wurden sie wegen ihrer jüdischen Herkunft nach Theresienstadt und Izbica deportier, kurz darauf für tot erklärt.

(rpn)