Duisburg: Neue Ladestation für Elektroautos

Neue Ladestation für Elektroautos: Duisburg wird Vorreiter in E-Mobilität

An der Beecker Straße in Alt-Hamborn, ganz in der Nähe von Ikea, haben der Energiekonzern Innogy und die Stadtwerke Duisburg den flexibelsten Ladepark für Elektro-Autos in ganz Deutschland offiziell in Betrieb genommen. Bei der Eröffnung war auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet vor Ort.

Der Essener Energiekonzern Innogy und die Stadtwerke Duisburg haben am Dienstagnachmittag einen neuen Ladepark für Elektroautos in der Stadt offiziell in Betrieb genommen. Das Besondere: Der Ladepark kombiniert erstmals in Deutschland Schnellladesäulen, eine Batteriestation sowie ein 180 Quadratmeter großes Solardach.

Von Innogy hieß es, dass ein Teil des Stroms, der später als Treibstoff in die Fahrzeuge fließt, mithilfe des Solardachs vor Ort selbst erzeugt und gespeichert werden kann. Die Einrichtung sei sozusagen „teilautark“. Der neue Ladepark ganz in der Nähe des Autobahnkreuzes Duisburg-Nord, der von den Autobahnen 42 und 59 schnell zu erreichen ist, ermögliche E-Autofahrern in dicht besiedelten Stadtgebieten komfortables und schnelles Laden, auch wenn sie nicht über einen eigenen Stellplatz mit Lademöglichkeit verfügten.

Die Schnellladefunktion und der Standort mit einer guten Anbindung in die Stadt und zu den Autobahnen sind der Trumpf des neuen Ladeparks, der über modernste Technik verfügt. Kernstück der Anlage sind vier mit einer Leistung von jeweils 150 Kilowatt ausgestatteten Schnellladestationen, die die Batterien der Elektrofahrzeuge für die nächsten 500 Kilometer aufladen können – und das binnen lediglich 20 Minuten. Hinzu kommen zwei klassische Ladesäulen. Insgesamt bietet der Ladepark Platz für acht Elektroautos, die an Ort und Stelle ihre Batterien aufladen können.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der zur Eröffnung gekommen war, lobte das Projekt. „Ohne Ladestationen wie diese kann die Verkehrswende nicht gelingen“, sagte er. Eine gute Infrastruktur, die E-Mobilität gewährleiste, sei eine ganz wichtige Voraussetzung für den Umstieg von Verbrennungs- auf Elektromotoren bei den Verbrauchern und zeitgleich für die Verbesserung der Luftqualität in den Städten. Die öffentlich zugänglichen Ladestation seien darüber hinaus wichtig, da in Städten wie Duisburg nur wenige Menschen daheim eine Lademöglichkeit besäßen. „Wenn ein Bürger in einer Großstadt überhaupt eine Garage oder einen Stellplatz besitzt, dann meist ohne Stromversorgung, um ein E-Auto laden zu können“, so der Ministerpräsident.

Der neue Ladepark von Innogy und den Stadtwerken Duisburg sei ein besonders spannendes Pilotprojekt, weil seine hochmodernen Schnellladestationen und seine gute Anbindung zu Autobahnen und zur Innenstadt wichtige Faktoren dafür seien, wie Elektromobilität in der Metropolregion Ruhr und in Nordrhein-Westfalen gelingen könne. Gleichzeitig rief der Ministerpräsident andere Städte dazu auf, die Idee ebenfalls umzusetzen.

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„Eine Schnellladestation ist die einzige Möglichkeit, ein E-Auto schnell aufzuladen“, erklärte Hildegard Müller, Vorstand Netz und Infrastruktur bei Innogy den Vorteil des Ladeparks.Ein weiterer Vorteil der Schnellladestationen: Sie laden nicht nur zügig, sondern auch nachhaltig, weil die Stationen mitsamt dem Solardach nur bedingt an das lokale Stromnetz angebunden sein müssen.

Auch Oberbürgermeister Sören Link fand lobende Worte für den Schnellladepark: „Die Stärkung der Infrastruktur für E-Mobilität ist ein wesentlicher Beitrag, um die Mobilität auch in Zukunft sicherzustellen.“ Das sei auch im Hinblick auf den Wirtschaftsstandort Duisburg mit viel Verkehr enorm wichtig.

Marcus Wittig, Vorstandsvorsitzender der Stadtwerke Duisburg, sagte zudem: „Kürzere Ladezeiten sind ein entscheidender Faktor, um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen.“ Das Unternehmen will selbst 16 weitere Ladepunkte verteilt in Duisburg installieren, wie Pressesprecher Thomas Kehler auf Nachfrage der RP bestätigte. Konkrete Gespräche mit der Stadt liefen bereits. Bislang betreiben die Stadtwerke nach eigenen Angaben insgesamt 14 solcher öffentlicher Ladepunkte.

Am Abend war Ministerpräsident Laschet dann Gastredner beim Neujahrsempfang der Industrie- und Handelskammer (IHK) in der Mercatorhalle.

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