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Duisburg: Neue Gesellschaft für Sanierung und Neubau von Schulen

Immobilien Management Duisburg : Stadt plant neue Schulbaugesellschaft

Eine neu zu gründende Schulbaugesellschaft soll künftig die Sanierung und Neubauten von Schulgebäuden übernehmen. Das schlägt jetzt ein Gutachten vor. IMD-Geschäftsführer Jürgen Kugelberg gibt seinen Posten im März 2020 auf.

Das IMD ist offenbar damit überfordert, die Schulgebäude in Duisburg in Schuss zu halten, geschweige denn sich um Schulneubauten zu kümmern. Zu diesem Schluss kommt ein externes Gutachten, dass sich mit der Aufgabenerstellung und -erledigung des IMD befasst hat. Wie berichtet hatte auch der Personalrat der Verwaltung moniert, dass es in vielen Dingen schlicht an zuständigen Ansprechpartnern beim IMD fehlte, weil es am Personal mangelt. Das IMD soll wieder in die Kernverwaltung integriert werden – mit zukünftig deutlich verringertem Aufgabenspektrum.

Der Rat soll nun in seiner nächsten Sitzung am 25. November den Oberbürgermeister beauftragen, ein Konzept für eine neu zu gründende Schulbaugesellschaft zu erstellen. Gesucht wird dafür auch ein Geschäftsführer – dies soll ein Personalberatungsunternehmen erledigen. Die Aufgabenfülle des IMD ist bei rund 1200 öffentlichen Gebäuden gewaltig. Für die mehr als 200 Sanierungsvorhaben an Duisburger Schulen, die bis Ende 2022 erledigt sein sollen, hatte das IMD bereits die externe Planungsgesellschaft Convis-Höcker mit der Projektsteuerung beauftragt. Die Geschäftsführer des IMD mit seinen rund 400 Mitarbeitern sind Martin Murrack und Jürgen Kugelberg (siehe Box). Gerade Murrack ist bekanntlich der Breitbandausbau der Schulen ein wichtiges Anliegen. Insgesamt 53 Standorte sollen in den nächsten beiden Jahren schnelles Internet bekommen.

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Grundsätzlich, so die externe Begutachtung des IMD, würden die personellen Kapazitäten für die Umsetzung der notwendigen Neubauvorhaben der Stadt „auf absehbare Zeit“ nicht ausreichend zur Verfügung stehen. „Das betrifft den Neubau und die Sanierung von Schulen gleichermaßen“, heißt es in einer Vorlage für die Politik. Die Gründung einer neuen Schulbaugesellschaft sei auch deshalb notwendig, weil die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gebag oder die Duisburg Infrastrukturgesellschaft (DIG) dafür aufgrund der aktuellen Auftragslage ebenfalls nicht in Frage kommen.

Eine Schulbaugesellschaft ist indes keine Duisburger Erfindung: Die Stadt Düsseldorf arbeitet bereits seit 2015 mit einer vergleichbaren Einrichtung, der IPM Immobilien Management Düsseldorf GmbH. Auch dort sollte das städtische Gebäudemanagement entlastet werden. Die IPM wurde mit zehn Pilotprojekten aus dem Bereich Sanierung, Umbau und Neubau von Schulen beauftragt.

Als privates Unternehmen muss eine Schulbaugesellschaft bei Vorhaben keine förmliche Ausschreibung vornehmen und kann Bauaufträge direkt vergeben. Das würde alle Vorhaben deutlich beschleunigen. Wegen der zurzeit guten Baukonjunktur sind Fachkräfte für den IMD kaum zu bekommen. So sollte es dort eigentlich acht Neueinstellungen geben, die sich schwerpunktmäßig mit den Schulen beschäftigen sollten. Das erwies sich jedoch als schwierig. Für eine neue, private Gesellschaft könnte das deutlich einfacher werden, denn sie kann die Fachkräfte auch über Tarif bezahlen.

Möglicherweise soll die neue Schulbaugesellschaft den rechtlichen Platz einer ruhenden Beteiligungsgesellschaft der Stadt einnehmen – dann wäre eine Mindestkapitalausstattung vorhanden. Wie schnell die Gesellschaft starten kann, ist noch sehr unsicher. In der Vorlage heißt es dazu: „Der zeitliche Horizont bis zur Aufnahme der Geschäftstätigkeit hängt von der Gewinnung des Fachpersonals ab und ist daher schwer abschätzbar.“