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Duisburg: Netzwerken im Netz zum Internationalen Frauentag

Online-Konferenz in Duisburg : Netzwerken im Netz zum Internationalen Frauentag

Der Zeitpunkt stimmt und die Themen sowie Vortragenden auch: Gemeint ist die Online-Konferenz vom Kölner Frauen-Filmnetzwerk LaDOC in der nächsten Woche vom 5. bis 7. März.

Am Wochenende vor dem Internationalen Frauentag am 8. März wird besagte Konferenz wegen Corona natürlich nur digital durchgeführt, doch hat sie passender Weise das Thema „Frauen im Netz“ zum Inhalt.

Zusammen mit Vertreterinnen aus Politik, Kunst und Wissenschaft sollen unterschiedliche Formen feministischer Kollegialität der Frage nachgehen, welchen Umgang mit technologischen Systemen diese erfordern, um eine faire und gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen. Zu den Eingeladenen gehören unter anderem die ehemalige Grünen-Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Staatssekretärin, Christa Nickels, die Medienphilosophin Ariana Dongus von der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, Fatima Fay Kastner von der Kunsthochschule für Medien Köln sowie das Mitglied der Auswahlkommission für die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, die Filmkuratorin Madeleine Bernstorff.

Aus dem mit dem NRW-Spielstätten-Programmpreis ausgezeichneten Ruhrorter Lokal Harmonie arbeitet die Duisburger Dokumentarfilmemacherin und Grimme-Preisträgerin Marion Kainz an der Vorbereitung der Konferenz mit. Insgesamt sind es 13 Frauen, die aktiv an der Vorbereitung der Veranstaltung beteiligt sind, unter ihnen viele weitere mit dem Grimme-Preis und anderen renommierten nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnete Filmemacherinnen, die das Thema der Konferenz gemeinsam entwickelt haben.

Dazu Kainz: „Die Konferenz vereint zwei starke Themen. Erstens: Frauen und Weiblichkeit müssen dringend gleichberechtigt neben den Männern stehen, wenn wir als Gesellschaft überleben wollen, denn eine patriarchal geprägte Gesellschaft hat keine Überlebenschance mehr. Zweitens: Im Zuge der derzeitigen gesellschaftlichen Veränderungen nimmt die Bedeutung des digitalen Raums rasant zu. Darin brauchen wir Frauen unbedingt gleichberechtigt unseren Platz, um die gesellschaftliche Zukunft mitzugestalten.“

Die in Duisburg-Laar geborene Dokumentarfilmemacherin studierte in Essen an der damaligen „Folkwangschule“ Grafik, Fotografie und Film, in München an der „Hochschule für Film und Fernsehen“ Filmregie und in Köln an der „Kunsthochschule für Medien“ Film und Fernsehen. Sie lebte und arbeitete zuletzt neun Jahre in Berlin und ist seit 2012 wieder in ihrer Heimatstadt Duisburg.

In ihrer Filmografie ragt ein Film besonders hervor: „Der Tag, der in der Handtasche verschwand“. Er ist ein Dokumentarfilm über eine an Alzheimer erkrankte Frau in einem Altenheim des Evangelischen Christophoruswerks in Duisburg. Neben zahlreichen nationalen und internationalen Preisen wurde Kainz im Jahr 2002 für diesen Film mit dem renommierten Grimme-Preis ausgezeichnet. Weitere Dokumentarfilme folgten. Ihre jüngsten Recherchen zu einem neuen Dokumentarfilm sind über die Entwicklung von Weiblichkeit in unserer patriarchalen Gesellschaft.