Duisburg: Närrische Grüße aus der Urlaubsstadt

Rosenmontag in Duisburg: Närrische Grüße aus der Urlaubsstadt

Bestes Wetter bei bester Stimmung: Mehr als 60.000 gut gestimmte Zuschauer zog es Montag zwischen Neudorf und dem Innenhafen zu einem langen und wunderschönen Rosenmontagszug.

Der Sturm aufs Rathaus war eine kurze sanfte Brise. Statt zu verteidigen, ging Oberbürgermeister Sören Link gestern Vormittag lieber direkt zum Feiern über und stimmte sich mit den geladenen Gästen aus den Karnevalsvereinen beim traditionellen Prinzenfrühstück auf den Rosenmontagszug ein. In Reimform warb er für die Stadt und die anstehenden Entwicklungsprojekte und sagte, dass Duisburg lebenwert und einen Besuch wert ist - ganz getreu dem Sessionsmotto: "Duisburgs Karneval besuchen, ist wie tierisch guten Urlaub buchen!"

Nach annähernd zwei Stunden verließen die jecken "Eroberer" das Rathaus am Burgplatz und machten sich auf nach Neudorf. Denn so schön es für Prinz Udo I. war, sich von Sören Link und seinen Gästen feiern zu lassen - Höhepunkte des Tages war für das närrische Oberhaupt natürlich "sein" Zug, der in diesem Jahr zwar bei niedrigen Temperaturen, aber zumindest zeitweise bei Sonnenschein auf die Strecke ging.

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Vor allem vor dem Stadttheater stand sein närrisches Volk so eng beieinander, dass es sich gegenseitig wärmen konnte. Kuscheln war auch angebracht. Denn fast zwei Stunden (auch, weil der Zug immer wieder zum Stehen kam) schlängelte sich der närrische Lindwurm vorbei, und das bei manchmal eisigem Wind. Zugleiter Erlacher hatte angekündigt, diesmal einen der längsten Karnevalszüge dennje auf die Strecke zu bringen. Und er hatte nicht übertrieben. Die Zuschauer bekamen jede Menge geboten. Eindeutig in der Mehrheit war diesmal das tierische Volk. Getreu dem Motto zogen (weiß-blaue) Zebras friedlich neben Tigern und Einhörnern mit. Auch Pinguine und Spinnen fehlten nicht. Die meisten Karnevalsgesellschaften hatten sich viel Mühe mit der Dekoration ihrer Wagen gegeben, wobei Motto-Wagen wie immer nur vereinzelte zu sehen waren, darunter einer, der Duisburgs spezielle Baumschutzsatzung mittels eines Holzfällers mit Kreissäge erklärte. Immer wieder zu hören waren südamerikanische Rhythmen, kölsche Karnevalshits zum Mitsingen und das übliche Rumtata.

Die schönsten Hingucker waren fantasievoll gekleidete Fußgruppen, Läufer auf bis zu fast fünf Meter hohen Stelzen sowie die gekrönten närrischen Häupter aus Serm und Marxloh (das Kinderprinzenpaar). Und natürlich Udo I. mit ganz großem Gefolge und wie immer ganz am Ende des Rosenmontages. Egal ob adelig oder nicht - die, die mitzogen, waren alles andere als "schottig", Das Wurfmaterial flog reichlich, so dass die Zuschauer, die vor allem gekommen waren, um sich die Taschen zu füllen, nicht enttäuscht wurden.

(RP)
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