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Duisburg: Nachfrage nach Schnelltests bricht ein - Stadt halbiert Kapazitäten

Corona-Lockerungen in Duisburg : Nachfrage nach Schnelltests bricht ein

Ende Mai besuchten täglich 13.000 Menschen die Testzentren in Duisburg. Mittlerweile hat sich die Zahl halbiert – auch weil man die Nachweise nur noch selten braucht. Private Betreiber aber eröffnen trotzdem neue Standorte.

Während in Duisburg immer mehr Menschen geimpft werden, fährt die Stadt die Kapazitäten für Corona-Schnelltests schrittweise herunter. Derzeit gibt es in den sieben Stadtbezirken nur noch sechs kommunal betriebene Schnelltestzentren, Anfang Juni waren es noch zwölf gewesen. Bereits im Mai wurden in Neumühl und in Hüttenheim zwei Standorte geschlossen, weil die Nachfrage zu gering war. „Eine grundlegende Teststruktur soll aber beibehalten werden“, teilt ein Stadtsprecher auf Anfrage mit.

Weil ein Impfnachweis den Testnachweis grundsätzlich ersetzt, werden die Tests mittlerweile seltener nachgefragt. Verantwortlich dafür dürften aber auch die landesweiten Lockerungen der Corona-Regeln sein. So müssen Kunden etwa in der Gastronomie und im Einzelhandel keinen Schnelltest mehr vorweisen – jedenfalls so lange die Inzidenz niedrig bleibt. Zwingend vorgeschrieben sind die Tests hingegen aber noch bei Großevents und Sportveranstaltungen mit mehr als 5000 Zuschauern. Bislang finden die aber noch kaum statt.

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Auch private Veranstaltungen mit bis zu 50 Personen dürfen derzeit ohne Testpflicht organisiert werden. Und wer die Nacht im Hotel verbringt, muss nur dann ein negatives Testergebnis vorweisen, wenn er aus einer Stadt oder einem Kreis mit einer Inzidenz von über 10 anreist. Der Schnelltest wird zur Ausnahme.

Neben der Stadt bieten allerdings Arztpraxen und Apotheken ebenfalls Tests an. Und mittlerweile tummeln sich auf dem Markt auch private Betreiber von Testzentren. Die scheinen jedoch nach wie vor ihr Angebot nicht zu verringern – im Gegenteil. Nach Angaben der Stadt gab es vergangene Woche 25 aktive nicht-kommunale Testzentren. Anfang Juni waren es noch 22.

 Die Stadt weitet die Impfungen derzeit aus – bereits Anfang Juni wurden in Ruhrort hunderte Menschen bei einer Sonderimpfaktion immunisiert.
Die Stadt weitet die Impfungen derzeit aus – bereits Anfang Juni wurden in Ruhrort hunderte Menschen bei einer Sonderimpfaktion immunisiert. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Im Mai hatten rund 40 Betreiber Teststationen in der Stadt angemeldet. Bei nahezu allen wurden damals bei Kontrollen Mängel festgestellt. „Es wurden Qualitätsdefizite und Auffälligkeiten bei der Durchführung der Testungen, der Schulung des Personals, der Hygienevorgaben, der Räumlichkeiten (allgemeine Aufteilung, Lagerung von Medizinprodukten, abwischbare Flächen und Böden, Sanitäranlagen) und bei der Abfallentsorgung festgestellt“, hieß es im Mai vonseiten der Stadt. Eine Nachfrage zwei Monate später zeigt: Noch immer werden je nach Bedarf neue Teststandorte genehmigt.

Die Zahl der durchgeführten Schnelltests ist in Duisburg innerhalb weniger Wochen um mehr als die Hälfte eingebrochen. Ende Mai wurden in den Testzentren pro Tag noch insgesamt rund 13.000 Abstriche gemacht, Anfang Juni waren es noch 9000, in der vergangenen Woche dann nur noch 6150.  

Kommunale Teststationen gibt es aktuell noch in Hamborn am August-Bebel-Platz und an der Viktoriastraße Ecke Parallelstraße, am Bürgermeister-Wendel-Platz in Homberg, in der Marktstraße / Bahnhofstraße in Meiderich, am Parkplatz Glückaufplatz in Rheinhausen und am ehemaligen „Real“- Parkplatz an der Buscherstraße in Großenbaum.

Am Sonntag meldete das Landeszentrum Gesundheit NRW für Duisburg eine Inzidenz von 5,6 – es ist der höchste Wert der vergangenen Tage. Dennoch gelten seit Freitag in der Stadt die jüngst von der Landesregierung beschlossenen Lockerungen, die mit der sogenannten Inzidenzstufe 0 möglich sind. Bei einem Inzidenzwert von unter 10 erlaubt das Land damit unter anderem mehr Freiheiten im Einzelhandel und bei privaten Veranstaltungen. Ein Stadtsprecher teilt dazu mit: „Auch wenn die Inzidenzen in Duisburg auf einem sehr niedrigen Niveau sind, ist es keine Zeit für Sorglosigkeit.“ Die weitere Entwicklung werde sehr genau beobachtet.