Duisburg: Nachbar vor Gericht wegen versuchtem Totschlag

Blutiger Streit : Nachbar wegen versuchtem Totschlag vor Gericht

Seine Freundin hatte einen 30-jährigen Wanheimerorter noch davon abhalten wollen, den Nachbarn, der sie zuvor belästigt hatte, zur Rede zu stellen. Minuten später kehrte er stark blutend in die Wohnung zurück.

Ein Messer steckte in seiner Schulter. Der mutmaßliche Täter, ein 35-jähriger Deutscher libyscher Abstammung, steht seit gestern wegen versuchten Totschlags vor dem Landgericht am König-Heinrich-Platz.

Der Angeklagte wollte sich zu Prozessbeginn nicht zu dem Vorwurf äußern. Schwer belastet wurde er dafür vom Geschädigten. Der berichtete, seine Freundin habe am Abend des 2. April 2018 den Hund ausgeführt. „Beim Weggehen und als sie wieder zurückkam, hat der Nachbar sie angeschrien.“ Als er bei dem 35-Jährigen im Haus nebenan an der Wanheimer Straße klingelte, habe zunächst niemand reagiert. Der Zeuge gab zu, ziemlich wütend geworden zu sein. „Ich habe geschrien, er soll endlich mit mir reden.“ Und er habe wohl auch „blöder Nigger“ gesagt, so der 30-Jährige. „Das war wohl zu viel.“

Der Angeklagte sei aus dem Haus gekommen, habe das Messer gezogen und mehrmals auf ihn eingestochen. Mit mindestens zehn tieferen Schnitt- und Stichverletzungen an Rücken, Oberkörper und Armen landete der Geschädigte im Krankenhaus. Seine Lunge und seine Leber waren verletzt. Eine Notoperation rettete ihm das Leben. Für das Verfahren sind drei weitere Verhandlungstage vorgesehen.

(bm)
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