Duisburg: Nach der Reizgas-Attacke sind alle Verletzten wieder Zuhause

Nach der Reizgas-Attacke : Verletzte sind wieder Zuhause

An der Sekundarschule Am Biegerpark war am Donnerstag wieder normaler Unterricht.

Der Schrecken steckt den Schülern und Lehrern der Sekundarschule Am Biegerpark auch einen Tag nach dem Großeinsatz der Feuerwehr noch in den Knochen. Die Erleichterung darüber, dass alle verletzten Schüler wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden konnten, ist somit groß.

Gegen 17 Uhr am Mittwoch hat das Gesundheitsamt die Schule am Ziegelkamp wieder freigegeben, so dass der Unterricht am Donnerstag wieder normal stattfinden konnte. Von dem ausgetretenen Reizgas war knapp sechs Stunden nach dem Vorfall nichts mehr nachzuweisen. „Die Feuerwehr hat verschiedene Messungen durchgeführt, aber wir können leider nicht sagen, was genau dort ausgetreten ist“, sagt Polizeisprecher Daniel Dabrowski.

Ein oder mehrere Unbekannte hatten wie berichtet gegen 11.45 Uhr am Mittwoch, kurz vor der zweiten großen Pause, Reizgas im Treppenhaus versprüht. Auf dem Weg nach draußen atmeten 32 Schüler und zwei Lehrerinnen dieses ein und klagten über Reizungen der Augen und der Atemwege. Daraufhin ließ die Schulleitung das Gebäude räumen und alarmierte die Feuerwehr, die mit 80 Einsatzkräften vor Ort war. 14 Verletzte wurden nach der Erstversorgung auf dem Schulhof ins Krankenhaus gebracht. „Ich bin heute morgen durch die Klassen gegangen und habe mit allen Schülern gesprochen“, sagt Schulleiter Pavle Madzirov am Donnerstag. „Zusammen mit dem Kollegium haben wir versucht den Kindern klar zu machen, dass das Versprühen von Reizgas kein Spaß sondern eine Straftat ist. Damit ist die Nachsorge aber sicher noch nicht beendet.“ Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Im Laufe des Tages seien zahlreiche Hinweise auf die Täter bei der Schule und der Polizei eingegangen. „Wir ermitteln in enger Zusammenarbeit mit der Schule und führen jetzt erste Vernehmungen durch“, sagt Polizeisprecher Daniel Dabrowski.

„Ich gehe davon aus, dass wir schnell klären können, wer für die Tat verantwortlich ist“, sagt Pavle Madzirov, der in seiner Zeit als Lehrer und Schulleiter noch keinen Einsatz dieser Größenordnung erlebt hat. „Die Schüler, Lehrer und Eltern haben sich vorbildlich verhalten“, lobt Madzirov. „Es ist bei niemanden Panik ausgebrochen. Alle haben das Gebäude diszipliniert verlassen und auch die abholenden Eltern haben bei der Versorgung der Kinder geholfen.“ Ausschließen, dass so ein Vorfall noch einmal passieren kann, will Pavle Madzirov nicht. „Wir sind hier in einem öffentlich zugänglichen Schulzentrum mit mehreren Schulen. Wir können nicht kontrollieren, was mit in das Gebäude gebracht wird.“

Dennoch geht Schulleiter Pavle Madzirov davon aus, dass die Tat nicht unbedingt beabsichtigt war. „Ich kann mir vorstellen, dass diejenigen nicht damit gerechnet haben, was das Reizgas in verschlossenen Räumen ausrichten kann. Aber die Folgen haben wir ja jetzt alle gesehen.“

(K.B.)
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